Unitree und Co.: Plus 629 Prozent – der dubiose Boom der China-Aktien
Der Kurs des Roboterherstellers Unitree explodiert beim Börsengang.
Andere chinesische Aktien stürmen ebenfalls davon, denn Chinas Regierung mischt hier kräftig mit.
Kann das gefährlich werden? Bei einem Kursplus von 629 Prozent an nur einem Tag kann man schon mal schwach werden und sich fragen: Sollte ich dabei sein? Um eben diese 629 Prozent legte die Aktie des Roboterbauers Unitree bereits zur Eröffnung des Handels direkt bei ihrem Börsengang (IPO) zu.
Und sicherlich werden sich etliche Anleger gefragt haben, wo man die Robo-Aktie kaufen kann, die aus dem Stand eine so enorme Wertsteigerung erzielt.
Denn dieser erste Anstieg wird ja sicher noch nicht alles gewesen sein, oder? Womöglich wird Unitree ein neuer Star am Börsenhimmel.
Zuerst einmal folgte aber die Ernüchterung: Am Ende des ersten Handelstages schloss das Papier mit nur noch 460 Prozent Kursplus.
Tags darauf, am Donnerstag, knickte der Kurs noch einmal weg.
Statt 1100 Yuan kostete die Unitree-Aktie plötzlich nur noch 687 Yuan.
Das ist freilich immer noch eine satte Steigerung gegenüber den 150 Yuan, mit denen die Aktie vor dem IPO bepreist worden war.
Deshalb gilt Unitree dennoch als eines der spektakulärsten Börsendebüts der jüngsten Zeit – selbst in China.
Dort drängten zuletzt ungewöhnlich viele neue Unternehmen aufs Parkett, und die meisten von ihnen starteten erstaunlich durch.
Dreistellige Kurszuwächse waren nun wirklich keine Seltenheit: Der Speicherchiphersteller CXMT brachte es auf 466 Prozent Kurszuwachs, die KI-Chiphersteller MetaX und Moore lieferten sogar rund 700 Prozent Kursplus.
Genau deswegen darf man fragen: Geht das alles noch mit rechten Dingen zu? Zuletzt überzeugten China-Aktien eher nicht Worauf also fußt die neue große China-Euphorie – allein auf den neuen Geschäftsmodellen der neuen Tech-Firmen? Bei weitem nicht.
Noch im vergangenen Jahr schließlich standen chinesische Aktien gehörig unter Druck: Das Land zeigte viel weniger Wirtschaftswachstum als erwartet, die Unternehmensgewinne stagnierten allenfalls, an große Zuwächse jedenfalls sei derzeit nicht zu denken, so befanden Analysten namhafter Investmentgesellschaften.
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