Justiz: Prozess gegen Ex-Minister Scheuer nach Maut-Debakel begonnen
Die gescheiterte Pkw-Maut hat die Politik auf vielen Ebenen beschäftigt.
Nun beginnt ein weiteres Kapitel: Für den ehemaligen CSU-Minister hat das Debakel ein juristisches Nachspiel.
Unter großem Medienandrang hat in Berlin der Prozess gegen den früheren Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) begonnen.
Rund sieben Jahre nach dem Pkw-Maut-Debakel steht er wegen des Vorwurfs einer Falschaussage vor dem Landgericht Berlin.
Die Staatsanwaltschaft wirft dem 51-Jährigen vor, vor dem Maut-Untersuchungsausschuss des Bundestags gelogen zu haben.
Mitangeklagt ist der ehemalige Staatssekretär Gerhard Schulz (60).
Der Prozess begann mit der Verlesung der Anklage.
Scheuer war am Morgen frühzeitig am Gericht, schon vor dem offiziellen Einlass.
Er wollte sich nicht äußern.
Scheuer, der im April 2024 sein Bundestagsmandat niedergelegt hat, bestreitet den Vorwurf.
Sein Mandant trete dem gegen ihn erhobenen Vorwurf „nachdrücklich“ entgegen, „zu einer an ihn gerichteten Frage eine unzutreffende Antwort gegeben zu haben“, teilte sein Anwalt Daniel Krause auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur vor Prozessbeginn mit. „Daran hält er fest und wird sich gegen diesen Vorwurf verteidigen“, so Krause.
Auch der frühere Staatssekretär Schulz bestreitet den Vorwurf.
Bis zum rechtskräftigen Abschluss des Verfahrens gilt für beide Beschuldigte die Unschuldsvermutung.
Die Berliner Staatsanwaltschaft hat nach eigenen Angaben gegen beide im April 2022 ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts einer Falschaussage im Untersuchungsausschuss eingeleitet.
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