Anteile, Stadionname, Kredit, Aufsichtsrat - Was der Kühne-Tod für den HSV bedeutet
2010 beteiligte sich Klaus-Michael Kühne (†89) an den Transferrechten von Spielern wie Heiko Westermann (43), Paolo Guerrero (42), Dennis Aogo (39), Marcell Jansen (40) und Dennis Diekmeier (36). Es war der Auftakt zu gewaltigen Investitionen. Deutlich über 100 Millionen Euro pumpte der Unternehmer in seinen Lieblings-Klub HSV. Vieles verpuffte. Was bedeutet der Tod des Investors für den Bundesligisten?
Es gab Zeiten, da hätte Kühnes Ableben den HSV ins Chaos gestürzt. Beispielsweise 2015, als die Hamburger die Lizenz-Unterlagen nicht pünktlich einreichen konnten. Damals rettete Kühne den Klub mit dem Kauf der Namensrechte am Volksparkstadion vor dem Aus. In den vergangenen Jahren hat sich die Situation allerdings komplett gewandelt. Die Bosse um Vorstand Eric Huwer (42) haben den HSV saniert. Der Verein vermeldete bei der Verkündung der Bilanz-Zahlen im November 2025 erstmals mehr Netto-Vermögen (36 Mio.) als Netto-Verbindlichkeiten (22 Mio.).
Die Abhängigkeit von Kühne hat der Klub komplett runtergefahren. Der Milliardär hielt bis zu seinem Tod 13,5 Prozent der Anteile an der HSV Fußball AG & Co. KGaA. Die sollen künftig – so hatte es der Unternehmer geregelt – wie die übrigen Beteiligungen (u.a. Kühne+Nagel, Hapag-Lloyd, Lufthansa) in der Kühne-Stiftung gebündelt werden. Verwaltet werden soll das rund 32 Milliarden Euro schwere Vermögen von dem Schweizer Juristen Thomas Staehelin (78).
Letztmals als Kreditgeber des HSV trat Kühne im Dezember 2022 auf. Damals ging es um die Renovierung und Modernisierung des Volksparkstadions für die Europameisterschaft 2024. Da stellte er ein Darlehen über zehn Millionen Euro zur Verfügung. Der Klub hat es nicht vorzeitig abgelöst, weil er sein Geld selbst zu einem besseren Zinssatz angelegt hat. Zudem hat Kühne die Namensrechte am Volksparkstadion bis Ende 2029 erworben. Der Vertrag wurde mit der Kühne Holding geschlossen und läuft auch nach dem Tod des Chefs weiter. Zunächst unberührt bleibt auch die Position von Markus Frömming als Aktionärsvertreter im Aufsichtsrat.
Huwer hatte in den vergangenen Jahren die Abhängigkeit von Kühne Stück für Stück reduziert. Der HSV-Vorstand informierte den Investor über geplante Infrastruktur-Maßnahmen. Aber: Betteltouren in die Schweiz gibt es seit Längerem nicht mehr. Vielleicht hätte man den HSV -Fan überzeugen können, in einen Transfer von Luka Vuskovic (19, jetzt Brighton & Hove Albion) zu investieren. Aber – es war nicht im HSV-Interesse. Intern ist der (neue) Trend: Wir holen keinen Spieler, wenn wir uns das Finanz-Paket nicht nachhaltig selbst leisten können.
Mit der Strategie hat der Bundesligist auf jeden Fall erreicht, dass es auch nach dem Tod des Förderers keine Schweißausbrüche bei den Verantwortlichen gibt.
Haben Sie Fehler entdeckt? Möchten Sie etwas kritisieren? Dann schreiben Sie uns gerne!
5News hat diese Zusammenfassung aus dem öffentlichen Feed der Quelle übernommen. Der vollständige Artikel mit allen Details steht auf www.bild.de — der Inhalt gehört Bild Sport.