Deutsche Ermittlungen: Untersuchungshaft für Nord-Stream-Verdächtigen in Kroatien
Wolodymyr Z. will seine drohende Auslieferung nach Deutschland verhindern.
Sein Anwalt beruft sich auf Polen, das sich weigerte, Z. zu überstellen.
Doch hat er damit in Kroatien eine Chance? Ein Gericht in der kroatischen Küstenstadt Pula hat den Ukrainer Wolodymyr Z., der der Beteiligung an den Anschlägen auf die Nord-Stream-Pipelines im September 2022 verdächtigt wird, in Untersuchungshaft genommen.
Damit wurde das Verfahren zu seiner drohenden Auslieferung nach Deutschland eingeleitet, berichtete das kroatische Fernsehen HRT.
Z. war am Mittwoch aufgrund eines von Deutschland ausgestellten Europäischen Haftbefehls in Pula festgenommen worden.
Matija Milos, der Rechtsanwalt des Ukrainers, sagte am Donnerstag vor Journalisten, sein Mandant werde die drohende Auslieferung juristisch anfechten und den Instanzenweg beschreiten.
Nach kroatischer Rechtslage muss das Verfahren - einschließlich der Berufung - innerhalb von 60 Tagen abgeschlossen sein.
Z. soll einer der Taucher gewesen sein Die Bundesanwaltschaft wirft Z. unter anderem das gemeinschaftliche Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion vor und will ihn in die Bundesrepublik überstellen lassen.
Der Ukrainer soll einer der Taucher gewesen sein, die die Sprengladungen an den Pipelines in der Nordsee angebracht hatten.
Nach Angaben der kroatischen Polizei wurde Z. in einer touristischen Unterkunft in einem Ressort am Südrand von Pula festgenommen.
Dort ist auch das Team einer Hollywood-Filmproduktion untergebracht, das gerade die Nord-Stream-Anschläge als fiktionalen Polit-Thriller verfilmt.
Unter dem US-Regisseur Doug Liman („Die Bourne Identität“) wirken daran die Hollywoodstars Sean Penn und Adrien Brody mit.
Wie HRT unter Berufung auf nicht genannte Quellen berichtete, soll sich Z. als Teil dieses Film-Teams in Pula aufgehalten haben.
In der Unterkunft soll er nicht unter einem falschen Namen angemeldet gewesen sein.
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