Fleisch! Fleisch! Fleisch! - So gesund ist Bear-Grylls-Ernährung
Wie bleibt Bear Grylls mit 52 Jahren fit, um die größten Stars in der Natur nicht zu Bärenfutter werden zu lassen? Grund könnte seine besondere Ernährung sein. Inzwischen setzt er nämlich auf eine stark fleischbetonte, karnivore Ernährung mit Steaks, Eiern und Innereien. Ganz ungefährlich ist das jedoch nicht.
Grylls lebte nach eigenen Angaben im Interview mit dem „ Telegraph “ rund fünf Jahre vegan , bevor er 2020 wieder Fleisch in den Mittelpunkt seiner Ernährung rückte. Auslöser seien gesundheitliche Probleme seines Sohnes unter rein pflanzlicher Kost gewesen. Auch bei sich selbst habe er positive Veränderungen bemerkt. Heute stehen laut Grylls zu allen drei Hauptmahlzeiten große Fleischportionen auf dem Speiseplan, ergänzt durch Eier, Leber und andere Innereien.
Dass Grylls gerade auf Innereien setzt, ist aus ernährungswissenschaftlicher Sicht durchaus nachvollziehbar. Sie gelten als besonders nährstoffdicht und liefern oft mehr Eisen, Zink und B-Vitamine als viele klassische Fleischstücke. Daraus lässt sich allerdings nicht schließen, dass eine überwiegend oder gar ausschließlich fleischbasierte Ernährung insgesamt gesundheitsfördernd ist.
Genau an diesem Punkt wird die Datenlage deutlich kritischer. Eine Übersichtsarbeit von Forschenden aus Münster aus dem Jahr 2026 verweist bei der Carnivore- Ernährung unter anderem auf erhöhte Cholesterinwerte sowie mögliche Defizite bei Vitamin C, Vitamin D, Magnesium und Ballaststoffen. Hinzu kommt, dass die Krebsforschungsagentur der Weltgesundheitsorganisation (WHO) rotes Fleisch als „wahrscheinlich krebserregend“ einstuft. Verarbeitetes Fleisch gilt sogar als „krebserregend“. Laut WHO steigt das Darmkrebsrisiko bereits bei täglich 50 Gramm verarbeitetem Fleisch um 18 Prozent.
Auch als Rezept für ein langes Leben ist eine sehr fleischreiche Ernährung bislang nicht belegt. Modellrechnungen deuten vielmehr darauf hin, dass weniger rotes Fleisch sowie mehr Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte und Fisch mit einer höheren Lebenserwartung verbunden sein könnten.
Grylls’ Ernährungsweise bleibt damit vor allem eine persönliche Strategie und keine wissenschaftlich gesicherte Longevity-Formel.
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