Zoff um Skandal-Spiel geht weiter - Mannheim-Boss gibt Lautern Schuld an Randale
Diese Szenen machen fassungslos. Das Derby zwischen Mannheim und Kaiserslautern (0:1 n.v.) eskaliert komplett. Lautern-Kapitän Marlon Ritter (31) gerät mit mehreren Waldhof-Spielern aneinander. Von der Haupttribüne fliegen Gegenstände in seine Richtung. Die Reaktion: Pyroraketen aus dem Lautern-Block auf die Haupttribüne. Mannheimer Fans versuchen, das Feld zu stürmen. Schiri Robert Schröder unterbricht die Partie und die Polizei stürmt den Platz.
Die Stimmung nach dem Spiel ist aufgeladen – Mannheims Sportdirektor Mathias Schober (50) schiebt die Schuld für die Eskalation dem Gegner zu. Schober bei Sky: „Nach der Rudelbildung hier an der Ecke, auf die wir deeskalierend eingewirkt haben, sind wir hinübergegangen und dann sind, glaube ich, Raketen aus dem Lautern-Block in unsere Haupttribüne geschossen worden. Ich glaube, dass das der Auslöser für die Spielunterbrechung war.“ Moderator Patrick Wasserziehr fragt, ob also die Fans von Kaiserslautern schuld seien. Schober: „So wie ich das mitbekommen habe, sind aus der Fankurve Leuchtraketen auf die Haupttribüne geschossen worden.“
Wasserziehr entgegnet, dass auch möglicherweise Gegenstände von den Mannheimer Fans geworfen worden seien. Schober: „Das habe ich auch mitbekommen. Meine Wahrnehmung war, dass es drei Gelbe Karten gab, eine davon gegen Ritter, und als Ritter zu seiner Bank gegangen ist, hat er auf seine Art provoziert und Dampf abgelassen. Das entschuldigt nicht die Becherwürfe. Aber ich denke schon, dass das sehr provozierend war.“
Der Reporter darauf: „Aber sind nicht Teile ihrer Fans auf den Platz marschiert?“ Schober: „Ja, das geht gar nicht. Das gehört auf keinen Fall ins Stadion. Aber kurz vor Ende der Partie hat der Ritter sich bei jeder Ecke Zeit gelassen und provoziert. Am Ende haben wir 1:0 verloren, aber wie von der Nummer 7 provoziert wurde, das ging auch nicht.“
Ritter reagiert darauf angesprochen: „Das ist mir relativ egal. Jeder darf seine Meinung sagen. Hätten wir verloren, hätte ich vielleicht auch mehr gesagt. Von der Waldhof-Bank kamen die ein oder anderen Sprüche. Aber das ist uns egal, wir haben gewonnen, das ist, was zählt. Und wir freuen uns, wenn dieses Derby irgendwann nochmal stattfindet.“
Kaiserslautern -Geschäftsführer Thomas Hengen wird nach der Gewalt-Partie deutlich: „Provoziert haben viele Leute. Was auf den Rängen abgegangen ist, war furchtbar – von beiden Seiten. So ein Derby darf nicht ausarten, das schadet uns und dem Fußball. Ich kann nur ein Kompliment an die Polizei aussprechen, dass sie so schnell da war und deeskaliert hat. Ich habe nicht damit gerechnet, dass wir das Spiel noch zu Ende spielen.“ Auf dem Platz sei es ein faires Derby gewesen.
Lautern-Coach Torsten Lieberknecht sagt auf BILD-Nachfrage: „Es ist einfach schade, denn beide Mannschaften haben auf dem Platz gut gespielt. Sie haben fair gekämpft. Es gab zwar ein paar emotionale Momente, aber das blieb alles im Rahmen. Ich kann nur sagen, dass beide Mannschaften heute den Sieg definitiv verdient hätten. Es geht darum, über Fußball zu sprechen, darüber, wie ein Derby auf dem Platz ausgetragen wird.
5News hat diese Zusammenfassung aus dem öffentlichen Feed der Quelle übernommen. Der vollständige Artikel mit allen Details steht auf www.bild.de — der Inhalt gehört Bild Sport.