Ölpreisanstieg: Benzin für mehr als drei Euro
Die zunehmenden Spannungen in der Golfregion haben die Preise für Öl und Benzin weiter in die Höhe getrieben. Super E10 kostete am Sonntag im Tagesdurchschnitt 2,273 Euro je Liter, das war ein Rekord. Der Dieselpreis erreichte im Durchschnitt 2,404 Euro je Liter. An manchen Tankstellen kosteten die höherwertigen Kraftstoffsorten mehr als drei Euro je Liter; an Autobahnen waren auch sonst schon Preise von mehr als drei Euro zu beobachten.
Öl der Nordseesorte Brent kostete am Montag zeitweise 108,65 Dollar je Barrel (Fass zu 159 Liter). Der Preis ist damit seit Jahresbeginn um fast 80 Prozent gestiegen. Heizöl verteuerte sich ebenfalls weiter: Nach Zahlen der Internetplattform Heizoel24 kosteten 100 Liter am Montag 167,18 Euro. Das war der höchste Stand seit dem Jahr 2022. An den Finanzmärkten stiegen die Anleiherenditen weiter, der Aktienindex Dax gab etwas nach.
Die Situation im Nahen Osten hatte sich zuletzt weiter verschärft. Besonders Saudi-Arabien, der größte Ölexporteur der Welt, steht unter Druck: Nach der iranischen Blockade der Straße von Hormus und der Bedrohung der Meerenge Bab al-Mandab durch die Huthi-Miliz musste das Land nach Drohnenangriffen nun auch noch die wichtige Ost-West-Pipeline vorsorglich stillgelegen.
Ähnlich wie im Frühjahr werden aus der Politik Rufe nach einem staatlichen Preisdeckel laut. „Es geht so nicht mehr weiter mit den Spritpreisen“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD), die am nächsten Sonntag in der Landtagswahl ihr Amt verteidigen will. „Die Pendlerin, der Handwerker, die Pflegekraft und der Landwirt schaffen das nicht mehr“, sagte Schwesig der „Rheinischen Post“. „Der Kanzler darf dieses Thema nicht länger aussitzen. Es muss jetzt eine Lösung geben.“
Konkret forderte Schwesig einen Spritpreisdeckel nach Luxemburger Vorbild. In Luxemburg legt das Wirtschaftsministerium Preisobergrenzen fest. Allerdings orientiert sich auch diese Formel an den Marktpreisen der Energieträger. Dass Tanken in Luxemburg deutlich günstiger ist, liegt vor allem an den niedrigeren Steuern und Abgaben. Je Liter Benzin beträgt die Energiesteuer in Deutschland derzeit 65,45 Cent, für Diesel sind es 47,04 Cent. Hinzu kommen CO₂-Abgabe und Mehrwertsteuer.
Eine Wiederholung des Tankrabatts, wie es ihn im Mai und Juni gab, ist angesichts der knappen Haushaltslage schwierig. Allein diese zwei Monate haben rund 1,7 Milliarden Euro Steuergeld gekostet. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hält wenig von staatlichen Preiseingriffen, die SPD ist dafür.
Auf einer Tagung des Wirtschaftsministeriums am Montag in Berlin spielten die Verwerfungen auf den Energiemärkten nur am Rande eine Rolle. Als „besorgniserregend“ bezeichnete Isabel Schnabel, Direktoriumsmitglied der Europäischen Zentralbank (EZB), die Entwicklung der Energiepreise. „Die Raffineriekapazitäten sind deutlich gesunken und können auch nicht so schnell wieder aufgebaut werden.“
„Wir sind vulnerabel, aber man sollte jetzt nicht wieder die nächste Spritpreisbremse diskutieren“, sagte die Ökonomin Veronika Grimm.
5News hat diese Zusammenfassung aus dem öffentlichen Feed der Quelle übernommen. Der vollständige Artikel mit allen Details steht auf www.faz.net — der Inhalt gehört Frankfurter Allgemeine Zeitung.