Bahnverkehr: Vor Bahnstrecken-Sanierung: Stendal sorgt sich um Fachkräfte
Die geplante Streckensanierung der Bahn zwischen Berlin und Lehrte lässt den Pendler-Alltag in Stendal aus den Fugen geraten.
Insbesondere das Krankenhaus schlägt Alarm.
Streckensanierungspläne der Deutschen Bahn stoßen in Stendal auf erheblichen Protest - unter anderem schlägt das Krankenhaus Alarm, weil pendelnde Fachkräfte künftig viel längere Anfahrtszeiten haben. „Wir sind auf diese Ost-West-Verbindung extrem angewiesen, weil viele Menschen nach Berlin und zurück pendeln, das Gleiche nach Wolfburg und Hannover“, sagte Stendals Oberbürgermeister Bastian Sieler.
Man werde mit den Plänen der Bahn bis Ende 2027 mindestens komplett abgeschnitten. „Wir verlieren hier wirklich eine Reihe von Menschen, die entweder sagen, sie müssen ihren Arbeitsplatz wechseln oder wegziehen.“ Die Bahn plant eine sogenannte Generalsanierung der Strecke Berlin -Lehrte, damit ist die Sperrung verbunden.
Ab dem 2.
Oktober bis Dezember 2027 werden sämtliche Fernzüge zwischen Berlin und Hannover über Braunschweig und Magdeburg umgeleitet.
Laut einer Bahn-Sprecherin sind Optionen für Halte von Fernverkehrszügen in Stendal derzeit noch in Prüfung.
Deutlich längere Anfahrtszeiten für pendelnde Fachkräfte Laut Udo Zacharzowsky, Oberarzt der Kardiologie im Johanniter-Krankenhaus Stendal, pendeln 88 Prozent der Chef-, Ober- und Fachärzte in der Klinik für Kardiologie aus Berlin oder Wolfsburg nach Stendal.
Wenn sich eine Fahrtzeit von bisher einer halben Stunde von Spandau aus auf zwei Stunden verlängere und das am Ende vier Stunden Fahrtzeit am Tag bedeute, „dann ist absehbar, dass das nicht mehr vereinbar ist mit Beruf und Familie und Privatleben“.
Zacharzowsky erklärte weiter: „Wir sind der einzige Schwerpunktversorger hier in der Altmark , wir sind quasi der Anlaufpunkt für die kleinen Grundversorger, beispielsweise das Krankenhaus Seehausen oder Gardelegen.
Wir nehmen die Infarkte 24 Stunden am Tag an sieben Tagen in der Woche und wir versorgen die Herzklappen.“ - „All das könnte möglicherweise ins Rutschen geraten.“ Bei 14 Monaten sei es nicht abzusehen, aber zu erwarten, dass man beispielsweise keinen weiteren Nachwuchs gewinnen kann.
Er forderte die Bahn zu einem Dialog auf.
Der Stendaler Landrat Patrick Puhlmann sagte: „Wenn hier wirklich Kardiologen und andere Spezialisten nicht mehr zum Krankenhaus kommen oder neue Ärzte nicht gewonnen werden können, dann ist hier das zentrale Krankenhaus für die ganze Altmark auf einmal in richtigen Schwierigkeiten.“ Das sagt die Deutsche Bahn Eine Sprecherin der Deutschen Bahn erklärte: „Wir bedauern sehr, dass die umfangreichen Bauarbeiten zu Einschränkungen und längeren Fahrzeiten führen.
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