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Trainer-Panik nicht das Problem: "Es herrscht zu großes Chaos bei Borussia Mönchengladbach"

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Trainer-Panik nicht das Problem: "Es herrscht zu großes Chaos bei Borussia Mönchengladbach"

Borussia Mönchengladbach schiebt Panik. Nach einem desaströsen Start in die neue Bundesliga-Saison macht der Trainer Schluss. Eugen Polanski bietet nach einer 0:5-Abreibung beim SC Freiburg seinen Rücktritt an. Der Verein nimmt dankend an. Nun muss ein neuer Chefcoach her. Unter anderem Mitch Kniat, der ehemalige Erfolgstrainer von Arminia Bielefeld, wird gehandelt. War Polanski aber wirklich das Problem oder liegt bei den Fohlen nicht etwas ganz anderes im Argen? Ntv.de-Experte und Gladbach-Legende Arie van Lent fürchtet, dass ein Wechsel an der Seitenlinie nicht ausreicht. Zudem macht er Kapitän Tim Kleindienst einen Vorwurf.

Hallo Herr van Lent. Schlechte Nachrichten aus Mönchengladbach. Erst verliert die Borussia in Freiburg, dann haut auch der Trainer noch in den Sack. Was ist da los?

Arie van Lent: Ja, das war leider schon absehbar. Vor allem nach der Leistung gestern in Freiburg. Das war schon irgendwie Arbeitsverweigerung. Das Gefühl hatte ich definitiv, so chancenlos wie die Mannschaft war.

Nein, das wäre die billigste Entschuldigung. Und würde kein gutes Licht auf die Mannschaft werfen. Ich kann mir das wirklich nicht vorstellen. Ich bin sicher, dass sie die Wende einleiten wollten. Aber sie können es derzeit eben nicht besser. Als Fußballer möchtest du eigentlich immer mit einem guten Gefühl vom Platz gehen, ganz egal ob den Trainer nun magst oder nicht. Da geht es auch um das eigene Ego.

Aber Sie sprechen die arbeitsverweigernde Haltung an: Geben die Spieler vielleicht nicht alles für den Verein?

Auch das ist so eine große Erzählung, die einfach nicht mehr stimmt. Das unbedingte Herz für einen Verein, das gibt es schon lange nicht mehr. Du hast immer ein paar Ausnahmen, klar, vor allem wenn die Spieler aus der gleichen Region wie der Verein kommen. Aber da wird einfach viel zu viel erzählt und über die Reels bei Instagram eine falsche Harmonie erzeugt. In Wirklichkeit ist das anders.

Sie kennen Eugen Polanski gut. Er war einst als vereinsloser Spieler bei ihnen in der Gladbacher U23 und danach noch ihr Assistent. Woran ist er gescheitert?

Ich weiß gar nicht, ob er wirklich gescheitert ist. Ich hatte wirklich gehofft, dass er es schafft. Er ist sicher nicht als Trainer Polanski gescheitert, sondern an dem Umfeld im Klub. Schon vor fast genau einem Jahr musste Gerardo Seoane gehen. Auch früh in der Saison. Da herrschte schon lange Chaos im Verein und das ist nicht besser geworden. Man war einfach nur froh, dass man vergangene Saison nicht abgestiegen ist, und hat zu wenig richtige Schlüsse gezogen. Man hat so viele gute Trainer gehabt, die sich bei anderen Klubs einen guten Namen gemacht hatten, wie Adi Hütter, wie Daniel Farke, wie auch Seoane. Und nichts hat wirklich funktioniert. Der Klub ist einfach nicht in einem guten Zustand. Und in dieser Saison kam noch ein anderes Problem für Eugen hinzu.

Von den Neuzugängen, von denen man sich so viel erhofft hat, sind vier verletzt. Und wir reden hier nicht über kleine Verletzungen. Sondern über Verletzungen, mit denen die Spieler Wochen, teilweise Monate ausfallen.

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