Stromnetz auf Kuba bricht erneut zusammen
Im Karibikstaat Kuba ist es zum siebten Mal seit Jahresbeginn zu einem kompletten Stromausfall gekommen. »Die Ursache wird umgehend untersucht, und die Protokolle zur Wiederherstellung der Versorgung wurden aktiviert«, teilte der staatliche Stromversorger UNE mit.
Der sozialistische Inselstaat leidet aufgrund der maroden Infrastruktur und eines seit Monaten von den USA verhängten Ölembargos unter einer schweren Energiekrise. Das Land mit rund 9,4 Millionen Einwohnern kann nur einen Teil seines Ölbedarfs decken.
Störungen in den veralteten Wärmekraftwerken sowie der Mangel an Treibstoff hatten die Stromversorgung in mehreren Landesteilen in den vergangenen Tagen bereits stark beeinträchtigt. Menschen mussten zuletzt teilweise mit nur wenigen Stunden Strom pro Tag auskommen.
Bereits vor dem landesweiten Blackout war UNE davon ausgegangen, dass am Freitag während der Spitzenlastzeit nur 1110 Megawatt verfügbar sein würden – bei einem Bedarf von 3200 Megawatt.
Seit Dezember bekommt Kuba kein Erdöl mehr aus dem einstigen Bruderstaat Venezuela . Der frühere venezolanische Präsident Nicolás Maduro wurde im Januar bei einem US-Militäreinsatz in Caracas festgenommen. Nun arbeitet Washington mit der geschäftsführenden Präsidentin Delcy Rodríguez zusammen.
Zudem drohte US-Präsident Donald Trump im Januar Ländern, die Öl nach Kuba exportierten, mit Strafzöllen. Treibstofflieferungen aus dem Ausland kamen daraufhin nahezu zum Erliegen. Nur der kubanische Privatsektor darf derzeit Treibstoff aus den USA importieren. Mit zahlreichen Sanktionen versucht Washington, wirtschaftliche und politische Reformen in Kuba im Sinne der Interessen Washingtons herbeizuführen.
1 Min Zur Merkliste hinzufügen Versorgungskrise: Die Lage auf Kuba, erklärt an einem Sack Reis Aus Cienfuegos berichtet Jens Brambusch 7 Min Zur Merkliste hinzufügen 7 Min Zur Merkliste hinzufügen Veraltete Infrastruktur: Inselweiter Stromausfall auf Kuba 1 Min Zur Merkliste hinzufügen 1 Min Zur Merkliste hinzufügen Die US-Regierung rechtfertigt die Blockade und die verschärften Sanktionen mit nationalen Sicherheitsbedenken. Ziel sei es, einen Wandel in der kommunistischen Führung zu erzwingen, der US-Präsident Donald Trump vorwirft, die Wirtschafts- und Menschenrechte der Kubaner einzuschränken.
Die Vereinten Nationen haben die Sanktionen als Verletzung des Völkerrechts bezeichnet. Ein Uno-Expertenteam warnte zudem vor einem wachsenden Risiko von Krankheitsausbrüchen auf der Insel. Auch das US-Außenministerium wies kürzlich auf eine Zunahme von Darmerkrankungen hin, die durch die mangelhafte Wasser- und Stromversorgung verursacht werden.
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