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Kultur

Meister und Monster: Klaus Kinski wäre 100 Jahre alt geworden

Stern ·
Meister und Monster: Klaus Kinski wäre 100 Jahre alt geworden

Genie und Wahnsinn - wer verband diese Gegensätze besser als Klaus Kinski? Am 18.

Oktober wäre Werner Herzogs „liebster Feind“ 100 geworden.

Kritikfähig sein, die Meinungen anderer respektieren und besonnen durch den Alltag schreiten - Klaus Kinski (1926-1991) war die Antithese all dieser Tugenden.

Aber fernab seiner legendären Wutausbrüche, die er stets mit garstiger Fratze herausspie, und des Scheusals, als das ihn seine Tochter Pola in ihrem Buch entlarvte, war er ein großartiger Schauspieler.

Einer, der die Bezeichnung „großartig“ noch als Beleidigung auslegte - schließlich, so der „liebste Feind“ von Regisseur Werner Herzog (84) einst gewohnt aufbrausend, seien seine Leistungen nicht weniger als epochal, als monumental.

Am 18.

Oktober wäre die Bescheidenheit in Person 100 Jahre alt geworden.

Sich selbst sah Kinski gerne als den missverstandenen Underdog, den Schuhputzer und Laufburschen, dem es gelang, ein Schauspiel-Monument mit seinem Namen darauf zu errichten.

Gerne betonte er, aus welch ärmlichen Verhältnissen seine Genialität entsprang - eine Armut, von der seine Geschwister rein gar nichts mitbekommen haben wollen.

Gutbürgerlich sei die Jugend des umhegten Klaus und seiner beiden älteren Brüder Arne und Hans-Joachim sowie seiner Schwester Inge gewesen, heißt es stattdessen in einem Bericht des „Spiegel“ .

Dem geltungssüchtigen Kinski war die Wahrheit aber nicht dramatisch genug, so scheint es.

Beifall von Kriegsgefangenen Sehr wohl der Wahrheit entspricht es, dass Kinski während des Zweiten Weltkriegs als blutjunger Fallschirmjäger in britische Kriegsgefangenschaft geriet.

Im „Camp 186“ im englischen Colchester war es auch, wo Kinski das erste Mal eine Bühne betrat.

Einem alten Spielplan ist zu entnehmen, dass ein gewisser Klaus Nakszynski, so Kinskis bürgerlicher Name, bei der Groteske „Pech und Schwefel“ mitwirkte.

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