Depressionstests : Sehr intelligente Menschen antworten anders
Forschende haben beobachtet, dass Menschen mit überdurchschnittlicher Intelligenz Depressionsfragebögen anders beantworten.
Die Messinstrumente für die Diagnostik sollten überprüft werden.
In der Psychologie wird oft mit Tests gearbeitet, um Diagnosen zu stellen.
Bei Depressionsverdacht müssen Betroffene etwa Bögen ausfüllen, damit Psychologen die Diagnose genauer abklären oder alternative Leiden erwägen können.
Dass die psychologische Vermessung womöglich unzuverlässig ist, besonders bei einer Gruppe, zeigt eine Auswertung der Universität Danzig, und folgert, dass Messinstrumente nachgeschärft werden sollten.
Die Gruppe, bei der die Standardmessungen invalide wurden: Personen mit überdurchschnittlicher Intelligenz.
Ihre Antworten auf den standardisierten Fragenkatalog zur Messung des Depressionsmerkmals ließen sich kaum mit den Antworten durchschnittlich intelligenter Personen vergleichen.
Intelligenz steht mit psychischer Gesundheit in Verbindung Forschende um Stanisław Czerwiński nutzten Daten von zwei großen US-amerikanischen Kohortenstudien, die den Zusammenhang von psychologischer Gesundheit und Intelligenz untersuchten.
In die Daten flossen IQ-Werte für sprachliche und mathematische Fähigkeiten ein.
In den Studien wurden gängige Depressionsskalen angewendet, die Stimmung, Schlaf und Appetit als Anzeichen einer Depression abfragten.
Das Team aus Polen führte statistische Untersuchungen zur Güte der Studien durch, ob die Antworten tatsächlich bei verschiedenen Menschen ein und dasselbe Merkmal erfassten – die Bögen also für alle valide eine Depression maßen.
Frühere Studien deuten auf einen günstigen Zusammenhang zwischen Intelligenz und psychischer Gesundheit hin.
Die Forschenden wollten prüfen, ob dieser Zusammenhang am oberen Ende des Intelligenzspektrums kippt: Könnte psychische Gesundheit zunächst mit Intelligenz zunehmen und bei sehr hohen Werten wieder abnehmen? Erste vorhandene Analysen deuteten auf einen solchen nichtlinearen Verlauf hin.
Doch je höher die kognitive Fähigkeit war, umso größer fiel die Überraschung für das polnische Team aus.
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