Dienstag, 25. August 2026 QuellenÜber uns🌓
🇩🇪 DE ▾
EILMELDUNG
Deutschland

Schmerzmediziner erklärt - Wie Melatonin Schmerzen ausbremsen soll

Bild ·
Schmerzmediziner erklärt - Wie Melatonin Schmerzen ausbremsen soll

Wer unter chronischen Schmerzen leidet, kennt das Problem: Die Nacht bringt oft keine Erholung, sondern noch mehr Leiden. Genau für diese Patienten kann Melatonin laut dem Schmerzmediziner Prof. Dr. Stefan Wirz ein wichtiger Baustein der Behandlung sein. Der Chefarzt am Cura Krankenhaus Bad Honnef setzt das Schlafhormon bei Patienten ein, die wegen Nervenschmerzen, Polyneuropathie oder der Folgen eines Bandscheibenvorfalls kaum noch schlafen können.

Für die Betroffenen ist Schlaflosigkeit weit mehr als eine Begleiterscheinung. „Schlaflosigkeit verstärkt den Schmerz massiv“, sagt Wirz zu BILD. Er verweist auf eine Studie der Schmerzforscherin Emma Hertel, in der das Schmerzempfinden nach einer schlaflosen Nacht deutlich zunahm. Eine weitere Untersuchung identifizierte im Gehirn von Mäusen einen Schaltkreis, der Schmerzen bei Schlafmangel verstärken kann.

Nach Angaben des Schmerzmediziners hilft Melatonin bei Menschen mit c hronischen Schmerzen zunächst dabei, den Kreislauf aus Schmerzen, Schlafmangel und Dauerstress zu durchbrechen. Erst wenn Patienten nachts zur Ruhe kommen, hätten sie tagsüber die Kraft, aktiv an ihrer Genesung zu arbeiten, etwa durch Physiotherapie oder Training.

Darüber hinaus könnte Melatonin auch direkt auf die Schmerzverarbeitung wirken. Es bremse bestimmte Prozesse in Nervenzellen und könne dadurch die Weiterleitung von Schmerzreizen leicht verringern. Außerdem besitzt der Botenstoff laut Wirz entzündungshemmende Eigenschaften und unterstützt körpereigene Systeme zur Schmerzhemmung.

In der stationären Therapie beginnt Wirz nach eigenen Angaben meist mit vier Milligramm Melatonin und steigert bei Bedarf auf acht bis zehn Milligramm. Ein Vorteil gegenüber Schmerzmitteln wie Ibuprofen, Aspirin oder Diclofenac: Melatonin gilt als schonend für Magen, Herz und Nieren und macht nicht abhängig.

Eine aktuelle Metaanalyse mit 23 klinischen Studien und mehr als 2000 Teilnehmern zeigte, dass Menschen mit Rückenschmerzen, Arthrose oder Fibromyalgie durch Melatonin ihren Ibuprofen-Verbrauch senken konnten. Die Autoren betonen jedoch, dass die beobachtete Schmerzreduktion häufig klinisch nicht relevant war und weitere Forschung notwendig ist.

Für Wirz bleibt Melatonin deshalb kein Ersatz für Schmerzmittel, sondern ein unterstützender Bestandteil der Schmerztherapie bei chronisch Erkrankten.

Haben Sie Fehler entdeckt? Möchten Sie etwas kritisieren? Dann schreiben Sie uns gerne!

Vollständigen Artikel bei Bild lesen ›

5News hat diese Zusammenfassung aus dem öffentlichen Feed der Quelle übernommen. Der vollständige Artikel mit allen Details steht auf www.bild.de — der Inhalt gehört Bild.

Mehr von Bild

Alle ansehen ›

Mehr in Deutschland

Alle ansehen ›