Marktbericht: Anleger bleiben in Warteposition
Marktbericht DAX legt leicht zu Anleger bleiben in Warteposition Stand: 27.08.2026 • 11:11 Uhr
Die Bilanz des Chipkonzerns Nvidia fiel zwar stark aus, trotzdem bleibt der DAX schwunglos. Die Anleger warten bereits auf den nächsten Termin, der Hinweise auf die US-Geldpolitik geben könnte.
Der DAX startet mit einem Aufschlag von 0,2 Prozent bei 26.349 Zählern in den Handelstag. Gestern war der deutsche Leitindex 0,1 Prozent höher bei 26.285 Punkten aus dem Handel gegangen. Der DAX nähert sich damit langsam wieder seinem Rekordhoch bei 26.573 Zählern.
Für freundliche Stimmung zum Handelsstart sorgen die Quartalszahlen von Nvidia. Der Konzern steigerte Umsatz und Nettogewinn im zweiten Quartal auf mehr als das Doppelte. Unter dem Strich verdiente der Technologie-Konzern 60 Milliarden Dollar bei einem Umsatz von knapp 100 Milliarden. Das ist mehr als Marktbeobachter erwartet hatten. Damit sei das akute Schreckgespenst eines breiten Markteinbruchs vorerst vom Tisch, kommentiert Frank Sohlleder, Analyst beim Broker ActivTrades.
Warum legen die Anlegerinnen und Anleger so viel Wert auf die Quartalszahlen eines einzigen Unternehmens? Nvidia gilt mit seinen Produkten für Rechenzentren als ein wichtiger Motor des KI-Booms. Für die Finanzmärkte ist die Bilanz deshalb ein Gradmesser für den Zustand der gesamten Branche. Nach US-Börsenschluss legte der Aktienkurs zu: Mit einem Börsenwert von mehr als fünf Billionen Dollar, ist Nvidia aktuell das wertvollste Unternehmen der Welt.
Aber schon steht der der nächste Termin an. "Nach Nvidia ist vor Jackson Hole: Das geldpolitische Symposium in Wyoming ist die nächste große Unbekannte", stellt Jochen Stanzl, Marktbeobachter bei der Consorsbank fest. Beim Notenbankertreffen wird Fed-Präsident Kevin Warsh morgen eine Rede halten. Die Anlegerinnen und Anleger erhoffen sich Hinweise auf die US-Geldpolitik. Wird die Fed im September den Leitzins anheben? Ausgeschlossen ist das nicht: Die Märkte würden weiterhin erwarten, dass die US-Notenbank angesichts der robusten Konjunktur und des hartnäckigen Inflationsdrucks die Zinsen bis zum Jahresende nochmals anheben dürfte, kommentiert Ulrich Stephan, Chefanlagestratege für Privat- und Firmenkunden bei der Deutschen Bank.
Die US-Notenbank Federal Reserve versucht, mit straffer Geldpolitik die Inflation einzudämmen, ohne die Konjunktur abzuwürgen. Für den Aktienmarkt sind steigende Zinsen schlecht, da Zinsanlagen dann eine Alternative zu Aktien werden. Gelder könnten dann vom Aktienmarkt in den Anleihemarkt fließen.
Update Wirtschaft vom 27.08.2026 Antje Erhard, HR, Update Wirtschaft, Tagesschau24, 27.08.2026 • 09:00 Uhr Verbraucherstimmung bessert sich Etwas Unterstützung könnte der DAX von aktuellen Konjunkturdaten erhalten. Das Konsumklima im September steigt um 2,8 Punkte auf minus 26,6 Zähler, wie die GfK-Marktforscher und das Nürnberg Institut für Marktentscheidungen (NIM) mitteilten. Expertinnen und Experten hatten mit Stagnation gerechnet.
Da die Wirtschaft zuletzt aber besser lief als gedacht und in den Chefetagen der Firmen zunehmend Optimismus einkehrt, sind auch die Verbraucher nicht mehr ganz so pessimistisch.
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