Kabinettsumbau: Söder holt neue Minister: Stimme der Jugend stärken
Der Rücktritt von Justizminister Eisenreich wirbelt das bayerische Kabinett durcheinander.
Nicht nur das Justizressort wird neu besetzt, auch die Jugend soll besser repräsentiert werden.
Am Tag nach den für die Union desaströs zu Ende gegangenen Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) mit einer Kabinettsumbildung im Freistaat reagiert.
Mit dem Landeschef der Jungen Union, Manuel Knoll (36), soll künftig ein eigener Staatsminister für Jugend und Demokratie einen direkteren Draht zur Jugend halten.
Dafür muss Europaminister Eric Beißwenger gehen - seine Aufgaben werden von Staatskanzleichef Florian Herrmann mit übernommen.
Zusätzlich soll eine Bevollmächtigte aus dem Beamtenapparat für Brüssel eingestellt werden.
Damit will Söder mehr Einfluss in Brüssel bereits in einem frühen Stadium gewinnen.
Den zurückgetretenen Justizminister Georg Eisenreich ersetzt der Münchner Landtagsabgeordnete und Jurist Josef Schmid.
Jugendminister gegen Extreme Die neue Position des Staatsministers für Jugend und Demokratie ist laut Söder auch eine Reaktion auf den seit längerer Zeit zu beobachtenden Zuspruch junger Leute für Parteien an den extremen Rändern.
In Berlin wählten am Sonntag fast 50 Prozent der jungen Wähler die Linkspartei, auch die AfD kann gerade bei jungen Wählerschichten landen. „Mich treibt etwas um“, sagte Söder. „Die Einstellungen vieler jungen Leute zur Demokratie.“ „Ich möchte, dass sie ein positives, konstruktives Verhältnis zur Demokratie haben“, sagte der CSU -Chef in Bezug auf die Jugend. „Deswegen will ich ein Signal setzen“, sagte der bayerische Ministerpräsident.
Knoll soll künftig sowohl die Stimme der Jugend in die Politik tragen, als auch die Politik der Staatsregierung in junge Wählerschichten hinein vermitteln.
Dafür solle er „Tag und Nacht unterwegs“ sein.
Knoll studierte Betriebswirtschaftslehre und Politikwissenschaft in Eichstätt, Rennes und Aix-en-Provence.
Er arbeitete unter anderem als Projektmanager in Frankreich und als Geschäftsführer der Kommission für das Arbeitsvertragsrecht der bayerischen Diözesen.
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