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Studie zeigt überraschenden Effekt - Heavy Metal lindert Schmerzen

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Studie zeigt überraschenden Effekt - Heavy Metal lindert Schmerzen

„Faster, harder, louder!“ Wer laut Heavy Metal hört, hält Schmerzen offenbar länger aus. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Forscher aus Leipzig. Die Erkenntnisse könnten sogar Ärzten im Kampf gegen chronische Schmerzen helfen.

Für ihre Studie testeten Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften Besucher des Heavy-Metal-Festivals Wacken Open Air. Die Aufgabe: Hand und Unterarm möglichst lange in eiskaltes Wasser halten. Das Ergebnis: Metal-Fans hielten deutlich länger durch als die Vergleichsgruppe.

Am deutlichsten sieht man den Forschern zufolge die Zusammenhänge, wenn nur Teilnehmer betrachtet werden, die über den Testtag verteilt gar nicht, wenig oder moderat Alkohol getrunken haben, da Alkohol die Schmerztoleranz unvorhersehbar beeinflussen kann. „Als Erstes haben wir die Vergleichsgruppe messen können aus derselben Kohorte an Metal Heads, die schon vor Beginn der Live-Konzerte vor Ort sind und mit Freunden die Zelte aufschlagen. Das intensive Musikerlebnis über mehrere Tage am Stück beim Metalfestival hat sich dann nicht negativ darauf ausgewirkt, wie die Studienteilnehmenden Schmerz erlebt haben. Im Gegenteil – die Festivalbesucher konnten den Kälteschmerz dann sogar länger aushalten als die Vergleichsgruppe“, sagt Lydia Schneider, Erstautorin der Studie.

Bisher wussten die Forscher, dass unterdrückter Ärger den größten Effekt auf die Intensivierung von Schmerzerleben bei Patienten mit chronischen Schmerzen hat. „Deshalb wollten wir untersuchen, ob sich das Schmerzerleben verändert – gerade bei einer Musikform wie Heavy Metal, bei der ziemlich viele unangenehme Gefühle ausgedrückt werden, insbesondere auch Ärger“, sagt Lydia Schneider.

Die Forscher vermuten, dass aggressive oder „wütende“ Musik hilft, mit negativen Gefühlen besser umzugehen. Das könnte auch erklären, warum die Schmerztoleranz steigt. In Kliniken wird bisher häufig entspannende Musik eingesetzt, um positive Gefühle auszulösen. Die neue Untersuchung stellt diesen Ansatz zumindest teilweise infrage. Denn die Wissenschaftler fanden Hinweise darauf, dass wütende Musik für manche Menschen hilfreicher sein könnte als sanfte Klänge. Vor allem Patienten mit chronischen Schmerzen könnten davon profitieren. Die Forscher halten es sogar für möglich, dass Metal oder andere aggressive Musikformen dazu beitragen, die Entstehung chronischer Schmerzen zu verhindern.

Heißt konkret: Wer bei Schmerzen lieber zu harten Gitarrenriffs als zu Entspannungsmusik greift, liegt womöglich gar nicht so falsch.

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