Fraktur: Werden die Flachzangen Siegmund den Sieg stehlen?
Da sind wir ja noch mal haarscharf am nächsten Volksaufstand vorbeigeschrammt! Die Deutschen haderten ja schon sehr damit, dass ihre Limo künftig noch teurer wird, weil Gesundheitsfanatiker meinen, der Zucker in der Plörre sei nicht gut für den Menschen. Und dann kommt so ein dahergelaufener Referent im Gesundheitsministerium, der sicher nur Mineralwasser ohne Kohlensäure trinkt, und will den Bürgern mit der Zuckersteuer auch noch die zuckerfreien Softgetränke vergällen. Ja, geht’s noch?!
Zum Glück hat sein Chef Klingbeil diese Schnapsidee sofort kassiert, wenn auch nicht ganz ohne Gewissenskonflikt . Dem SPD-Chef blieb gar nichts anderes übrig, sonst hätte seine der Nulllinie entgegenstrebende Partei auch noch die Zero-Trinker verloren. Der Finanzminister muss jetzt aber auf zusätzliche Steuereinnahmen verzichten und noch mehr sparen.
Damit ist Klingbeil nun selbst in der eigenen Parteizentrale konfrontiert, in der man offenbar erstmals einsehen muss, dass man nicht mehr ausgeben kann, als reinkommt. Deswegen wird nun auch im Willy-Brandt-Haus die Arbeitszeit erhöht. Wenigstens von der Arbeiterführerin Bas hätten wir erwartet, dass sie die Begründung für die Ausbeutung der eigenen Genossinnen und Genossen „bullshit“ nennt. Aber auch das einst klare Freund-Feind-Denken der Arbeits- und Sozialministerin ist nicht mehr das, was es einmal war.
Bas hat, wie von Forschungsministerin Bär genau beobachtet, bei der Kabinettsklausur in Neuhardenberg mit einem CDU-Kugelschreiber geschrieben, ohne dass es zu einer allergischen Reaktion kam. Früher hätte Bas ein solches Propagandainstrument der Parteien des Klassenfeindes doch nicht einmal mit der Kneifzange angefasst.
Und auch jetzt hätte sie wenigstens eine Flachzange aus der Handtasche ziehen sollen. Seit einer Woche rätseln ja jedenfalls die nicht heimwerkenden Deutschen, was genau eine Flachzange ist und warum sie so wenig taugen soll wie unsere Regierung. Schuld daran ist Weidel, die gesagt hatte, sie wolle „nicht mehr angelogen werden von irgendwelchen Flachzangen“. Damit wollte sie offenkundig das Bundeskabinett beleidigen, doch wundert uns, dass sie dafür, so wie sie drauf war, nicht auf eine deutlich deftigere Flachheit zurückgriff, die jeder sofort verstanden hätte. Wir meinen natürlich die Kombination mit dem W-Wort.
An die Sprachregelung durch die Chefin musste sich dann auch Siegmund im Duell mit Schulze halten. Der Herausforderer nannte den Amtsinhaber pflichtschuldigst ebenfalls Flachzange, schob aber sogleich nach, dass er das nur politisch, nicht aber menschlich verstanden wissen wolle. Ach, ist Siegmund nicht selbst eine süße kleine Storchschnabelzange? Die gehört ebenfalls zur Familie der Flachzangen, wie übrigens die Kombizange, die man auch als Simson-Fahrer tunlichst immer dabeihaben sollte.
Siegmunds Parteifreund Höcke würden wir dagegen eher als Bolzenschneider einstufen, obwohl auch sein jüngster Zangenangriff auf Voigt gescheitert ist , weil das BSW in Thüringen nicht auf seine einstige Namensgeberin Wagenknecht hörte. So blieb die eine Zangenbacke stumpf.
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