Jüngster Weltmeister seit Mike Tyson? - Dieser Wunderjunge (21) will eine neue Box-Ära starten!
Wenn Bernd Bönte (69) über Moses Itauma (21) spricht, gerät er ins Schwärmen. Der frühere Manager der Klitschko-Brüder sagt zu BILD: „Moses ist ein explosiver Puncher. Er setzt seine Gegner immer mit schnellen Kombinationen unter Druck, sucht den frühen K.o. Vieles an ihm erinnert mich an den legendären Mike Tyson.“ In dessen Fußstapfen könnte Itauma am Samstag treten. Der Brite kann im Alter von 21 Jahren und 240 Tagen jüngster Weltmeister im Schwergewicht seit Tyson (war damals 20 Jahre und 144 Tage alt) werden.
In der O2 Arena von London trifft Itauma auf den Kroaten Filip Hrgović (34). Das Duell wird live bei DAZN (für 19,99 Euro im Pay-per-View) übertragen. Es geht um den IBF-Titel, den Ex-Champion Oleksandr Usyk (39) wie all seine anderen Gürtel Ende Juni mit sofortiger Wirkung niedergelegt hatte. Der Ukrainer damals: „Ich möchte alle Titel, die ich derzeit halte, abgeben, damit die Nächsten in der Rangliste um sie kämpfen können.“
Nun ist es soweit. Itauma hat die Möglichkeit, Geschichte zu schreiben. Bönte, der den Kampf als Experte für DAZN begleitet, sagt: „Er ist der Favorit. Die Buchmacher sehen ihn vorn. Moses bringt alle Voraussetzungen mit, um wie Cassius Clay (1964 gegen Sonny Liston), Mike Tyson (1986 gegen Trevor Berbick) oder Wladimir Klitschko (2006 gegen Chris Bryd) eine neue Ära im Schwergewicht einzuläuten).
Geboren wurde Itauma 2004 zwischen Weihnachten und Neujahr in Kežmarok (Slowakei). Seine Mutter stammt aus dem Land, sein Vater ist Nigerianer. Aufgewachsen ist er aber in Chatham, einer 70.000-Einwohner-Stadt in der englischen Grafschaft Kent. Dorthin zog die Familie, als Itauma noch klein war. Eigentlich heißt er mit erstem Vornamen Enriko. Als er 2023 ins Profigeschäft einsteigt, entscheidet er sich für seinen zweiten Vornamen Moses. Einfacher Grund: Klingt im Boxsport einfach cooler und härter.
Im Alter von 9 Jahren nimmt ihn sein älterer Bruder Karol zum ersten Mal mit ins Boxstudio. Während seiner Amateurkarriere (24 Kämpfe) bleibt er unbesiegt, wird im Jugendbereich Welt- und Europameister. Mit 18 wird er Profi. Seitdem hat er 14 Kämpfe bestritten, alle gewonnen (12 davon durch K.o.). Sportartikel-Gigant Nike hat das Superstar-Potenzial von Itauma bereits erkannt und ihn langfristig unter Vertrag genommen.
Jetzt muss es eigentlich nur noch mit dem WM-Titel klappen. Fest steht aber: Hrgović wird für Itauma die bisher größte Herausforderung seiner Karriere sein. Bönte: „Er hat das Potenzial, den Hype um Itauma wie eine Seifenblase platzen zu lassen. Hrgović ist nervenstark, hat einen exzellenten Jab und gute Ringkontrolle.“
Sollte sich Itauma am Samstag den IBF-Titel schnappen, könnte es in Zukunft zu einem Weltmeister-Duell mit unserem deutschen Box-Star Agit Kabayel (33/hält den WBC-Gürtel) kommen.
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