Insolvenz - Elektro-Riese nach mehr als 100 Jahren vor dem Aus
Ahrensburg (Schleswig-Holstein) – Kabel, Elektro-Teile, Babyfone. Dafür war der deutsche Elektro-Riese bekannt. Viele Jahre war Vivanco ein großer Player auf dem Elektromarkt. Doch seit Jahren steckt das Traditionsunternehmen in der Krise, rutschte zuletzt in die Insolvenz. Nun kommt ein herber Schlag.
Das Amtsgericht Reinbek hat in der Insolvenz die Eigenverwaltung der mehr als 100 Jahre alten Firma aufgehoben. Zuvor hatte das Unternehmen einen Insolvenzplan zurückgezogen. Seit dem 1. August bestimmt jetzt Rechtsanwalt Peter-Alexander Borchardt als Insolvenzverwalter die Geschicke des Unternehmens.
In dem dramatischen Fall geht es um die Vivanco GmbH und die Vivanco-Gruppe GmbH aus Ahrensburg ( Schleswig-Holstein ). Zu den bekanntesten Produkten von Vivanco gehörte einst das eigene „Babyfon“, das im Jahr 2008 startete und extrem erfolgreich war und sogar weltweit exportiert wurde.
Als Gründe für die Krise nannte das Unternehmen den harten Preiswettbewerb, den Rückgang im stationären Handel und günstige Angebote im Internet. Bereits im März 2025 hatte die Vivanco-Gruppe ihr inländisches Geschäft mit Unterhaltungselektronik an die SBS in Italien abgestoßen, die zuvor auch schon das Auslandsgeschäft der Vivanco-Gruppe erworben hatte. Mit dem Verkauf an den Investor gingen auch die Rechte an der Marke Vivanco an ihn über. Mit der Veräußerung des inländischen Elektronikgeschäftes brach ein wichtiger Teil der Umsätze weg. Allerdings schrieb gerade dieses Geschäft seit Jahren rote Zahlen.
Ziel des Restunternehmens war es, sich auf zukunftsfähige Geschäftsbereiche zu konzentrieren, etwa Dienstleistungen für den Einzelhandel . Doch eine Neuaufstellung des deutschen Unternehmens gelang bislang offenbar nicht. Auf BILD-Anfrage wollte sich der Insolvenzverwalter nicht äußern.
Vivanco wurde 1920 von den Brüdern Edgar und Gustavo de Vivanco in Hamburg gegründet. 1976 zog das Unternehmen nach Ahrensburg. Vier Jahre später stieg Vivanco in das Geschäft mit Zubehör für Unterhaltungselektronik ein. 1999 ging Vivanco sogar an die Börse .
Im Herbst 2025 wurde die Aktiengesellschaft schließlich in eine GmbH umgewandelt. Kurz darauf, im Februar 2026, meldete die Vivanco GmbH Insolvenz in Eigenverantwortung an. Jetzt also die nächste schlechte Nachricht für das Unternehmen.
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