Der fetzt um die Ecken : Kleine Rennsemmel Opel Corsa GSE knüpft an alte GSI-Zeiten an
Endlich bekommt der Opel Corsa seine verdiente GSE-Version. Macht die Spaß? Und wie! ntv.de hat den bisher schnellsten Corsa bereits ausgeführt. Gemeinsam mit alten GSI-Knallbüchsen.
Gerade hält Markus Söder mal wieder ein Plädoyer für die Verbrenner. Jüngst kritisierte er in bild.de, dass keine echte Wende angegangen werde beim Verbrenner-Aus. Außerdem wird im Text unter Berufung auf eine Studie, die unter Mitwirkung der Technischen Universität München entstand, erklärt, dass batterieelektrische Autos gar nicht frei von CO2-Emissionen seien, sondern es in diesem Kontext lediglich um eine durchschnittliche Reduktion von CO2 um 41 Prozent gehe.
Das alles mag stimmen oder nicht, für den Corsa GSE ist diese Erkenntnis ohnehin kein Hindernis. Denn man merkt schon im Verlaufe der Verbrenner-GSI-Generationen des Kleinwagens, dass die Benziner mit der schärfer werdenden Abgasreinigung an Emotionalität einbüßen. Während der leichte Corsa A ohne Kat mit 100 PS noch richtig fetzt, wirkt der relativ moderne C aus den Mittneunzigern mit 106 PS gefühlt schon eher müde. Sicherheitskriterien wie Airbag und steifere Strukturen plus Größenwachstum erzeugen Gewicht und fressen Performance. Und die moderneren OPC-Varianten machen zwar wieder mehr Laune, haben mit über 200 PS indes auch mehr Power.
Von der Ressource Power liefert der elektrische Corsa F jetzt als GSE wahrlich genug mit 281 PS. Klingt hot. Ist natürlich in erster Linie lautlos, aber na und? Im Vierzylinder-Kontext ist fehlender Motorsound jetzt nicht so ein riesiger Verlust. Und bevor nun über Nachteile des elektrischen Antriebs gemeckert wird, lass mal eine Runde drehen. Erst auf einem abgesperrten Kurs innerhalb des Geländes des Driving Camp Pachfurth. Das ist eine riesige Spielwiese, auf der Hobbyracer Fahrzeugbeherrschung üben können. Und Opel demonstriert hier, wie gut der elektrische Top-Corsa Querdynamik beherrscht.
Erst lernen die Teilnehmer die Theorie. Es gibt mehr Kühlperformance für Batterie, damit der Output länger abrufbar ist. Und am Fahrwerk haben die Techniker ebenfalls geschraubt. Dinge wie eine neue Achse mit spezifischen Lagerbuchsen, modifizierte Federrate wie Lenkübersetzung sowie mehr Wanksteifigkeit sollen den Rüsselsheimer sportlicher machen. Außerdem ist ihm ein mechanisches Sperrdifferenzial an der Antriebsachse (vorn) vergönnt, und die breitere Spur sorgt für mehr Stabilität.
Und weil 54 kWh im Unterboden auch noch einen günstigen Schwerpunkt garantieren, wird der Viermeter-Racer schon ordentlich agil in der Kehre. Der in Pachfurth vorauseilende Instruktor jazzt den recht gut im Traktionsfutter stehenden Corsa immer wieder hoch auf über 100 Sachen, bremst heftig ab und wirft den 1,6-Tonner wild um die Kehre. Ja, er untersteuert irgendwann, aber dann muss man es schon ambitioniert treiben.
Und auf der Straße? Da reichen schon weniger Rennskills, um ordentlich Gaudi zu haben. Vor allem drückt einen der Single-Motor mit seinen 345 Newtonmetern an Drehmoment satt in die ausgeformten Karostoff-Sportsitze. Nach 5,5 Sekunden sollen 100 km/h auf dem Digi-Tacho stehen. Das glaubt man sofort.
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