Angriff auf 3000 Metern Höhe - Berg-Rambo: „Ich bin Bergführer, halt Dein Maul!“
Kals (Österreich) – Ein polnisches Ehepaar ist auf einer Bergtour am Großglockner in Österreich. Sie sind gerade dabei, von der Erzherzog-Johann-Hütte über den Mürztaler Steig aus etwa 3000 Metern Höhe abzusteigen. Sie stehen auf einem wenige Zentimeter breiten Grat in schwindelerregender Höhe. Die Frau hakt sich gerade in die Stahlseilsicherung ein, als ein Österreicher dazukommt. Der Pole grüßt noch freundlich mit einem „Servus“. Doch dann eskaliert die Lage!
Der Österreicher erwidert den Gruß nicht, geht wortlos an dem Mann und der Frau vorbei. Der polnische Alpinist ruft ihm noch zu: „Ich denke, ich gehe als Erster.“ „Nein, nein“, entgegnet der Österreicher und hakt sich ein. Schiebt sich auf dem schmalen Grat an der Frau vorbei. Da ruft der Pole: „Bist Du verrückt, oder was?“ Darauf der Österreicher: „Ich bin Bergführer , halt Dein Maul!“
Es entwickelt sich erst ein Streitgespräch. „Ist mir scheißegal, ob Du Bergführer bist“, sagt dann der Pole. „Halt Dein Maul, sonst komm’ ich rauf und geb Dir eine!“, droht nun der Mann. Zwei weitere Bergsteiger, die anscheinend zum Bergführer gehören, kommen dazu. Sie müssen umständlich um die beiden herumsteigen. Links und rechts geht es steil in die Tiefe: eine gefährliche Situation mitten in den Alpen .
Der Pole ruft dann, dass es jetzt Stau sei, weil er zuerst runter wollte. Darauf rastet der Österreicher völlig aus. Er stürmt an der Ehefrau vorbei, drückt sie an die Bergwand, zum Polen – und greift ihn körperlich an! Ringsherum sieht man nur den Abgrund, der Boden liegt irgendwo unter dem Nebel verborgen. Es geht dutzende, wenn nicht hunderte Meter hinab. „Benimm Dich, benimm Dich!“, droht er immer wieder dem Mann. Packt ihn an den Armen und drückt ihn zurück, Zentimeter vom tödlichen Abgrund entfernt.
Die ganze Aktion wurde von der Helmkamera der polnischen Alpinisten aufgenommen. Er lud das Video bei Instagram hoch. „Das Überholen anderer Wanderer oder Kletterer in den Bergen ist völlig normal und verständlich. Allerdings würde ich von einem professionellen Bergführer erwarten, dass er grundlegende Höflichkeit, ein gutes Urteilsvermögen und vor allem Verantwortung für die Sicherheit aller Menschen in seiner Umgebung an den Tag legt“, schreibt er dazu. Gerade Bergführer sollten da ein Beispiel setzen.
Das sieht der Kalser Berg- und Skiführerverein genauso: Laut österreichischen Medien hatte dieser dem Mann aus dem Bundesland Steiermark den Auftrag vermittelt, er sei jedoch nicht Vereinsmitglied. „Das Verhalten war katastrophal und absolut inakzeptabel“, betont Vereinschef Michael Amraser in der „Tiroler Tageszeitung“. Dem Mann würden keine Aufträge mehr vermittelt. Bei dem Polen habe man sich bereits gemeldet und entschuldigt.
Damit ist die Geschichte aber noch nicht erledigt. „Ich habe den Typen nicht bei der Polizei angezeigt“, antwortet der polnische Alpinist BILD auf Nachfrage. Die Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln dennoch gegen den Bergführer. Es drohen ihm nun bis zu drei Monate Gefängnis wegen „Gefährdung der körperlichen Sicherheit“.
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