Rekordzahl an Felsstürzen in den Alpen wegen der Extremtemperaturen
In diesem Extremsommer ist es in den Alpen zu einer neuen Höchstzahl an Steinschlägen und Felsstürzen gekommen. „Die weitaus meisten von ihnen sind auf den Klimawandel zurückzuführen“, sagte der französische Geomorphologe Ludovic Ravanel vom französischen Forschungszentrum CNRS in einem AFP-Gespräch.
Allein im Mont-Blanc-Massiv sei es zu etwa 450 größeren Felsstürzen gekommen, sagte Ravanel. „Das ist enorm.“ Vor zehn oder 20 Jahren seien es nur wenige Dutzend pro Sommer gewesen.
Auslöser der Felsstürze sei das Abtauen des Permafrosts.
Das gefrorene Wasser im Gestein wirke „wie Zement“, erklärt Ravanel.
Wenn es auftaue, lösten sich Gesteinsbrocken.
Bergsteiger veröffentlichten in den vergangenen Wochen im Internet furchteinflößende Videos von Steinschlägen in den Alpen .
Wegen der Felsstürze wurden im Sommer zwei Berghütten auf dem Mont Blanc, mit 4806 Metern der höchste Berg Europas, gesperrt.
Zwei tschechische Bergsteiger waren Mitte Juli im sogenannten Grand couloir ums Leben gekommen, der wegen der häufigen Steinschläge auch „Todeskorridor“ genannt wird.
Mitte August kam an einer anderen Stelle am Mont Blanc ein 31 Jahre alter Bergsteiger ums Leben. „Die Steinschläge bedeuten auch eine Gefahr für die Infrastruktur in den Bergen, für die Hütten und die Seilbahnen“, sagte Ravanel.
Auch das Abschmelzen der Gletscher erhöhe die Gefahr von Steinschlägen, erklärte der Forscher.
Der Druck des Gletschers stabilisiere das Gestein.
Wenn dieser kleiner und dünner werde, nehme der Druck auf das Gestein ab und es komme zu Steinschlägen. „Die extreme Hitze des Sommers 2026 wird in den kommenden Monaten noch weiter in den Boden eindringen“, sagte Ravanel.
Daher sei auch im Herbst noch mit starken, wenn auch selteneren Steinschlägen zu rechnen.
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