Bei Kindern - Warnzeichen, die auf eine Lungenentzündung hindeuten
Eine Lungenentzündung kann bei Kindern leicht übersehen werden. Gerade bei Säuglingen und Kleinkindern ähneln die Symptome oft einer Erkältung oder fehlen ganz. Bei einem schweren Verlauf kann die Erkrankung lebensgefährlich werden. Weltweit sterben jedes Jahr etwa 1,8 Millionen Kinder daran.
In Deutschland ist die Sterblichkeitsrate deutlich geringer. Gründe sind die hochwertige medizinische Versorgung und Impfangebote. Besonders häufig trifft es kleine Kinder: Jährlich erkranken etwa 35 von 10.000 Kindern unter sechs Jahren, bei älteren sind es etwa 15 von 10.000.
Das Immunsystem von Kindern ist noch nicht vollständig ausgereift. Zudem verbreiten sich Bakterien und Viren leicht durch Husten oder Niesen. Kindergärten, Schulen und Heime begünstigen eine Ansteckung. Zu den häufigsten Auslösern gehören Bakterien . Bei Kleinkindern können auch das Respiratory-Syncytial-Virus (RS-Virus), das Adenovirus und das Influenzavirus verantwortlich sein.
Warnzeichen sind Trinkunlust, Verweigerung von Nahrung , hohes Fieber, Antriebslosigkeit und Husten mit gelblichem oder grünlichem Auswurf. Auch eine schnelle, flache Atmung kann auf eine Lungenentzündung hinweisen.
Bei Säuglingen können Apathie, Trinkverweigerung oder das Erbrechen der Milch die einzigen Symptome sein. Alarmierend ist eine erhöhte Atemfrequenz: bei älteren Kindern mehr als zwanzig Atemzüge pro Minute, bei Kleinkindern mehr als vierzig und bei Säuglingen mehr als fünfzig. Auch hörbares Stöhnen oder das Einziehen der Haut zwischen den Rippen können auf Atemnot hindeuten.
Die Behandlung hängt von Alter, Gesundheitszustand und Schwere der Erkrankung ab. Säuglinge bis sechs Monate sowie Kinder mit Vorerkrankungen oder schwerem Verlauf müssen im Krankenhaus behandelt werden. Bei einer bakteriellen Lungenentzündung bekommen Kinder gewöhnlich Antibiotika.
Mögliche Komplikationen sind Rippenfellentzündung, Flüssigkeitsansammlungen im Brustraum, Lungenabszess, Blutvergiftung oder Hirnhautentzündung. Bei gesunden Kindern heilt die Erkrankung etwa nach sieben bis zehn Tagen von selbst wieder aus. Die Anfälligkeit für Atemwegsinfekte kann danach noch mehrere Wochen bestehen.
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