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Duma-Wahl: Warum Snegowskij keine Chance gegen Tolstoj hat

Tagesschau (ARD) ·
Duma-Wahl: Warum Snegowskij keine Chance gegen Tolstoj hat

Europamagazin Duma-Wahl in Russland Snegowskij gegen Tolstoj - ein ungleiches Duell Stand: 19.09.2026 • 20:03 Uhr

Seine Jabloko-Partei ist von der Duma-Wahl ausgeschlossen. Aber als Direktkandidat darf Artjom Snegowskij in Moskau antreten. Hat er eine Chance? Sein Gegenkandidat ist der Vizepräsident der Duma, Pjotr Tolstoj. Es ist ein ungleiches Duell.

Hochhäuser, soweit das Auge reicht. Zwischendrin ein breiter Fußweg, auf dem Menschen nach Hause eilen. Doch auch diejenigen, die gemütlich schlendern, mögen meist nicht anhalten und Artjom Snegowskij ein Flugblatt abnehmen. "Für Frieden und Freiheit! Für ein Leben ohne Angst!" steht auf der Frontseite.

Das bedingungslose Bekenntnis zum Frieden und zu Bürgerrechten unterscheidet seine Partei Jabloko von anderen Parteien - und war wohl der entscheidende Grund, die Partei von der Parlamentswahl auszuschließen . Schließlich war das Interesse gerade junger Menschen an Jabloko gestiegen. Formal gab es andere Gründe für die Nichtzulassung - das Oberste Gericht Russlands urteilte im August, Jabloko habe gegen Wahlgesetze verstoßen.

Snegowskij kann immerhin für ein Direktmandat antreten. "Ich nehme an den Wahlen teil, damit sie (die Bürger) die Chance haben für ein normales, freies und demokratisches Russland zu stimmen, damit dieser ganze Albtraum, der nun schon seit fünf Jahren andauert, endlich ein Ende findet", sagt er.

Auch er hatte schon eine Gerichtsvorladung wegen Zeigens extremistischer Symbole, die Beweise gegen ihn waren aber nicht ausreichend. Immerhin: Teile der Parteispitze sind inzwischen zu hohen Gefängnisstrafen verurteilt worden. "Das heißt, ich stehe zwar unter einem gewissen Druck, aber ich habe nicht vor, nachzugeben."

Artjom Snegowskij will mit seiner Kandidatur denjenigen eine Stimme geben, die sich ein Ende des Krieges gegen die Ukraine wünschen.

Snegowskij ist 22 Jahre alt, Wirtschaftsstudent - und seine Aussichten, das Direktmandant zu bekommen, sind bescheiden. Aus den Mitbewerbern sticht Pjotr Tolstoj hervor, Vize-Vorsitzender der Duma, Urenkel des weltberühmten russischen Schriftsteller Leo Tolstoj. Tolstoj ist ein ehemaliger Fernsehmoderator, charmant im Umgang, weltläufig, ein gutvernetzter Mann des Kreml - ein politisches Schwergewicht weit über seine Partei Geeintes Russland hinaus.

Jabloko kann nicht mit einer eigenen Liste antreten, zudem gibt es Druck auf Kandidaten für Direktmandate, von denen auch nicht jeder zur Wahl zugelassen wurde. Warum diese Härte, wird Tolstoj im ARD-Interview gefragt.

"Nach den Statistiken, die ich gesehen habe, sind etwa 1,5 Prozent bis drei Prozent der Kandidaten aller Parteien (betroffen), die für Direktmandate antreten", sagt Tolstoj. Das sei "nicht besonders viel".

Der Westen verstehe einfach nicht, dass Demokratie in Russland anders funktioniere: "Sie wissen ja, dass es in Russland Demokratie gibt, daher gibt es keine Probleme. Wir haben einfach eine eigene, 'unsere Demokratie', unsere historische Demokratie. Sie unterscheidet sich von der deutschen, der französischen und der amerikanischen.

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