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Plötzlich bis zu 15 Grad kühler! - So kämpft unser Körper mit dem Temperatursturz

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Plötzlich bis zu 15 Grad kühler! - So kämpft unser Körper mit dem Temperatursturz

Gerade noch 37 Grad, Schwitzen im Sitzen und nachts bloß kein Körperkontakt mit der Bettdecke – und dann rauschen die Temperaturen plötzlich um rund 15 Grad nach unten. Nach großer Hitze am Samstag erwarten uns ab Sonntag vielerorts nur noch gut 20 Grad. Eigentlich eine Wohltat. Doch auch wenn das weiterhin T-Shirt-Wetter ist: Unser Körper muss sich auf den schnellen Temperaturwechsel erst einmal einstellen.

Unser Organismus arbeitet ständig daran, seine Körpertemperatur möglichst konstant bei etwa 37 Grad zu halten. Wenn die Temperaturen abstürzen, beginnt im Körper ein wahrer Rettungs-Einsatz. Millionen Prozesse laufen gleichzeitig ab, nur damit unsere lebenswichtigen Organe ihre Wohlfühl-Temperatur behalten. Ein faszinierender Kraftakt, den unser Körper jedes Mal meistert, wenn das Wetter plötzlich umschlägt.

Gerade noch lief unser Körper auf Hochsommer-Betrieb: Die Blutgefäße standen weit offen, Schweiß kühlte die Haut, überschüssige Hitze wurde rund um die Uhr abgeführt. Doch jetzt kommt der Temperatursturz. Innerhalb kürzester Zeit schaltet unser Organismus vom Kühl- in den Wärmeschutzmodus. Ein Prozess, der vor allem das Herz-Kreislauf-System fordert. Die Blutgefäße in Armen, Beinen und Gesicht verengen sich, das warme Blut wird aus den äußeren Körperregionen abgezogen und ins Körperinnere umgeleitet, um Herz, Gehirn und andere lebenswichtige Organe auf Temperatur zu halten. Das ist auch der Grund, warum bei vielen Menschen als Erstes Hände, Füße oder die Nasenspitze kalt werden. Der Körper entscheidet in diesem Moment einfach, wo die kostbare Wärme am dringendsten gebraucht wird.

„Bei Wärme sind unsere Gefäße weit geöffnet, bei Kälte ziehen sie sich eng zusammen, um einen Wärmeverlust zu vermeiden“, erklärt Allgemeinmediziner Dr. Thomas Aßmann . Dabei gilt: Manche Menschen spüren einen schnellen Wetterwechsel stärker als andere.

Gleichzeitig läuft das Herz auf Hochtouren. Denn durch die engeren Blutgefäße steigt der Widerstand im Kreislauf. Das Herz muss kräftiger pumpen, um weiterhin jede Körperregion zu versorgen. Die Verengung der Gefäße kann zudem den Blutdruck erhöhen und das Herz stärker beanspruchen. „Das kann dazu führen, dass wir Kreislaufprobleme bekommen, aber auch Kopfschmerzen sind dann häufig an der Tagesordnung“, erklärt Aßmann. Aber: Für gesunde Menschen ist das normalerweise kein Problem. Wer allerdings älter ist oder bereits Herz-Kreislauf-Erkrankungen hat, kann diesen Wetterwechsel deutlich stärker spüren.

Erstaunlich: All diese Anpassungen laufen automatisch ab. Ohne dass wir etwas davon bemerken, überwacht unser Körper jede Minute seine Temperatur und reagiert auf kleinste Veränderungen.

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