Geheimdienste: Aus dem Kalten Krieg: Spionagetunnel-Teile zurück in Berlin
Spuren einer legendären Spionageaktion befinden sich wieder in Berlin.
Es sind Teile eines Tunnels, den britische und US-amerikanische Geheimdienste im Kalten Krieg bis in den Osten bauten.
Der US-amerikanische Geheimdienst CIA und der britische Secret Intelligence Service (SIS) bauten zu Beginn des Kalten Krieges einen Tunnel durch das geteilte Berlin, um geheime Telefonleitungen der sowjetischen Armee anzapfen zu können.
Doch das Projekt flog schnell auf - vor rund 70 Jahren.
Die Nationale Volksarmee (NVA) grub den Tunnel aus - und brachte Teile an verschiedene Armee-Standorte.
Nun wurden drei Segmente des Relikts aus dem Kalten Krieg zurück nach Berlin gebracht.
Sie sollen konserviert werden und künftig hier zu sehen seien.
Ein Mitglied der „Berliner Unterwelten“ hatte die drei tonnenschweren, drei bis vier Meter langen Stahlröhren Mitte August zufällig bei Storkow in Brandenburg entdeckt.
Eines der Segmente soll das DDR Museum erhalten.
Ein Tunnel-Stück soll Teil der Tour „U-Bahn, Bunker, Kalter Krieg“ des Vereins „Berliner Unterwelten“ werden.
Das dritte Tunnelteil könnte künftig am Originalschauplatz am Mauerweg zwischen Rudow und Altglienicke aufgestellt werden, wie der Vorsitzende des Vereins, Dietmar Arnold, vorschlug.
Dies wäre ihm zufolge eine Ergänzung zu den vier Stelen, die dort bisher an den Spionagetunnel erinnern. Überreste einer legendären Spionageaktion Zwischen 1954 und 1955 bauten der CIA und der SIS einen nach Angaben der „Berliner Unterwelten“ etwa 460 Meter langen Tunnel durch Berlin, der vom Stadtteil Rudow im amerikanischen Sektor nach Altglienicke im sowjetischen Sektor führte.
Zwischen Mai 1955 und April 1956 hörten Amerikaner und Briten den Angaben zufolge über 400.000 Telefongespräche ab. „Es ging um Puzzlestücke einer Kommunikation der sowjetischen Armee hier mit Moskau, Warschau und Prag, die zusammengesetzt ein präzises Bild über die militärische Lage und mögliche Angriffsoptionen gegeben haben“, erklärte Politikwissenschaftler Helmut Müller-Enbergs, der auf Geheimdienste spezialisiert ist.
Und: „Dieser Tunnel machte im Jahre 1955/1956 Informationen zugänglich, die dazu beitrugen, dass es ein kalter und kein heißer Krieg wurde.“ Der Tunnel führte laut „Berliner Unterwelten“ etwa 330 Meter ins DDR-Gebiet hinein.
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