Ernteausfälle wegen Hitze: So macht sich die Dürre in Ihrem Portemonnaie bemerkbar
Schlechte Ernten wegen des Hitzesommers, dazu Niedrigwasser und Kriege – die Folge: Steigende Lebensmittelpreise belasten die Verbraucher.
Wie teuer wird’s noch? In der Nähe von Lyon betreibt Benoit Merlot einen Bio-Bauernhof.
Auf seinen 300 Hektar wächst Getreide, daneben grast das Vieh.
Seit einem Jahrzehnt, so schildert es der Landwirt der britischen Organisation Climate & Energy, versuche er, Land und Ernte hitzeresistent zu machen. „Aber mit Temperaturen, die seit Wochen ununterbrochen über 38 Grad Celsius liegen, bricht alles zusammen.“ Merlot rechnet mit Ernteausfällen von 50 bis 70 Prozent in diesem Jahr.
Er ist nicht der Einzige.
Auch auf deutschen Feldern haben Hitze und Trockenheit gewaltige Schäden hinterlassen.
Amtliche Erntedaten stehen zwar noch aus, trotzdem beklagt der Deutsche Bauernverband bereits eine unterdurchschnittliche Ernte von knapp 42 Millionen Tonnen – etwa sieben Prozent weniger als im erntestarken Vorjahr.
Besonders in Süddeutschland habe ausbleibender Regen zu Missernten geführt.
Engpässe in den Supermarktregalen bedeutet das zwar nicht.
Die Dürre in Deutschland und Europa dürften Verbraucher allerdings spätestens an den Kassen zu spüren bekommen.
Dabei sind die Lebensmittelpreise in Deutschland seit 2020 schon um ungefähr ein Drittel gestiegen. „Die Preisbildung ist äußerst komplex“, sagt Michael Koch, Bereichsleiter Gartenbau von der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI), dem stern .
Auslöser der sogenannten „Foodflation“ sind demnach unter anderem gestiegene Energie-, Logistik- und Transportkosten durch Kriege.
Aber auch zunehmend Ernteausfälle durch Wetterextreme und Dürren.
Was jetzt teurer geworden ist – oder auch nicht Wetterextreme wirken sich auf Äckern höchst unterschiedlich aus: Am stärksten brach der Ertrag beim Winterraps ein, was neben der Hitze auch auf starken Schädlingsbefall zurückzuführen ist.
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