„Schlächter von Bosnien“: Bosnisch-serbischer Kriegsverbrecher Ratko Mladic ist tot
Der frühere bosnisch-serbische Armeechef Ratko Mladic ist tot.
Der Kriegsverbrecher, der wegen der Massaker von Srebrenica im Jahr 1995 als „Schlächter von Bosnien“ in die Geschichte einging, starb am Donnerstag nach jahrelanger Haft in einem Krankenhaus in Den Haag, wie der Rechtsnachfolger des Haager Tribunals mitteilte.
Das Gericht hatte Mladic 2017 wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu lebenslanger Haft verurteilt.
Richterin Graciela Gatti Santana habe eine Untersuchung angeordnet, um die Umstände seines Todes zu ermitteln, erklärte der Internationale Residualmechanismus für Strafgerichtshöfe (IRMCT).
Er ist der Rechtsnachfolger des Internationalen Strafgerichtshofs für das ehemalige Jugoslawien (IStGHJ), der seine Arbeit 2017 beendet hat.
Zuerst hatte das serbische Staatsfernsehen über den Tod Mladics berichtet.
Mladic litt seit Jahren unter gesundheitlichen Problemen und hatte zuletzt mehrere Schlaganfälle.
Wegen seines angeschlagenen Gesundheitszustands setzten sich serbische Behörden und Mladics Familie für seine Verlegung in ein serbisches Militärkrankenhaus ein.
Das Haager Gericht lehnte dies aber ab.
Mladics Sohn Darko Mladic hatte deshalb in der vergangenen Woche von einem „stillen Mord“ an seinem Vater gesprochen.
Mladics Name wird immer mit dem Massaker von Srebrenica im Jahr 1995 verbunden bleiben.
Damals stürmten die bosnisch-serbischen Truppen die dortige UN-Schutzzone und richteten Gräueltaten an muslimischen Männern und Jungen an.
8000 Menschen wurden ermordet.
Ihre Leichen wurden in Massengräbern verscharrt.
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