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Mystery-Horror Game im Test: Gelingt einer uralten Videospielserie das Comeback?

n-tv ·
Mystery-Horror Game im Test: Gelingt einer uralten Videospielserie das Comeback?

Nach jahrelanger Pause ist "Silent Hill" zurück: Konami schleudert seit kurzer Zeit Spiel nach Spiel der Horrorserie auf den Markt. Nun folgt als Teil der Comeback-Offensive der neueste Ableger "Townfall". Besonders eine Änderung weicht radikal von der typischen "Silent Hill"-Formel ab.

Vor fast 30 Jahren erschien "Silent Hill". Die ersten paar Teile wurden schnell Kritikerlieblinge und Verkaufsschlager. Dann flachte die Serie ab. Nach drei enttäuschenderen Ablegern wurde es still um die Mystery-Horror-Spielereihe. Über zehn Jahre erschien kein neuer Ableger. Bis Publisher "Konami" den Kultklassiker dann vor Kurzem wiederbelebte. Nach dem Remake des zweiten Teils und "Silent Hill f" folgt nun "Townfall".

Beauftragt mit der Entwicklung wurde das Studio Screen Burn, das zuvor noch keinen Titel der Reihe entwickeln durfte. Dementsprechend groß waren auch die Zweifel daran, ob "Townfall" die hohen Erwartungen erfüllen kann. Dazu kam eine Ankündigung, die vielen Fans sauer aufstieß: Anders als üblich für "Silent Hill" ist der neue Ableger in der Ego-Perspektive entwickelt. Es war also angerichtet fürs auf die Schnauze fallen. Würde "Townfall" der erste Dämpfer beim großen "Silent Hill"-Comeback werden?

Die Antwort ist nein, so viel sei schon mal verraten. Denn - und das wurde schon nach den Previews klar - dafür ist der neue Teil der Reihe viel zu gut geworden.

Eigentlich sollte man mal eine Liste machen, wie viele Spiele mit einem Protagonisten beginnen, der ohne Gedächtnis am Strand aufwacht. Im Falle von "Townfall" ist es kein herkömmlicher Strand, sondern der Pier der kleinen schottischen Stadt St. Amelia, die relativ einsam auf einer kleinen Insel liegt. Der Mann ohne Gedächtnis heißt dieses Mal Simon. Eine unbekannte Stimme fordert ihn auf, eine Frau zu suchen, die er genauso wenig kennt wie seine eigene Vergangenheit. Von da aus dreht die Handlung schnell ab. In weniger als 30 Minuten stößt uns Entwickler Screen Burn vom Beckenrand in einen Strudel aus Mysterien und Grusel. Mit bildgewaltigen Fantasmen erzählt das Studio eine skurrile, gruselige und im Kern dennoch zutiefst menschliche Geschichte.

Dabei füttert uns "Townfall" nur in kleinen Bissen mit den Mysterien, die in der ausgestorbenen Geisterstadt verstreut sind. Was ist in St. Amelia passiert? Warum bevölkern nur gruselige Wesen die Straßen und was ist mit der Bevölkerung geschehen? Dokument für Dokument schälen wir die einzelnen Schalen der vielschichtigen Zwiebel weg, bis sich am Ende ein befriedigendes Puzzle zusammensetzt, das dennoch genug Fragen für einen zweiten Durchgang offenlässt. Der lohnt sich auch wegen der verschiedenen Enden. Insgesamt fünf gibt es davon, drei lassen sich beim ersten Durchlauf erreichen, die anderen beiden nur im New Game+.

Die besonders große Stärke des Spiels wurde schon in den neunzig Minuten Anspielsession vor Release deutlich: Atmosphäre pur. Das neblige Küstendorf St. Amelia ist so liebevoll eingerichtet, man kann die Spielzeit von 12 auf 18 Stunden strecken, wenn man sich alle kleinen Aushänge durchliest und jedes Schaufenster erkundet.

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