Bergunfälle in Tirol: 19-Jähriger stirbt am Großglockner, 64-Jähriger in den Zillertaler Alpen
Die Sonne strahlt am Himmel, die Temperaturen sind herrlich, und die Tage sind noch lang – der August ist einer der beliebtesten Monate für das Bergsteigen und Wandern in den Alpen. Abzulesen ist das auch an der regelmäßig hohen Zahl der Einsätze der Bergrettung in diesem Monat, zum Beispiel in Tirol. Dort kam es in den vergangenen Tagen zu einer Reihe tödlicher Vorfälle:
Am Samstag kam ein 64-jähriger Mann aus dem Landkreis Darmstadt am 3476 Meter hohen Olperer in den Zillertaler Alpen ums Leben. Er war mit seinem 38-jährigen Sohn und einem 36-jährigen Neffen schon auf dem Abstieg, als er etwa 80 Meter über steiles und felsiges Gelände abstürzte. Laut der Polizei in Tirol setzten seine Begleiter einen Notruf ab und stiegen sofort zu ihm ab, auch weitere Bergsteiger kamen zu Hilfe.
Dem Notarzthubschrauber gelang es wetterbedingt nicht, die Unfallstelle direkt anzufliegen. Der Notarzt habe von einem etwas tiefer gelegenen Landeplatz des Hubschraubers erst noch 200 Meter zu dem Verunglückten hochklettern müssen, so die Polizei. Trotz weiterer Rettungsmaßnahmen sei der 64-Jährige an der Unfallstelle gestorben.
Am Freitagnachmittag stürzte ein 19-jähriger Hamburger am Großglockner 40 Meter in den Tod. Seine drei Freunde im Alter von 19 bis 21 Jahren mussten den tödlichen Unfall im Klettergarten in Kals mitansehen. Sie wurden laut Polizei von einem Kriseninterventionsteam des Rettungsdienstes betreut.
»Die Alpinpolizei ermittelt, sie hat die Ausrüstung sichergestellt und die Staatsanwaltschaft hat eine Obduktion der Leiche angeordnet, wie in solchen Fällen üblich«, sagte ein Polizeisprecher. Ermittelt werden soll etwa, ob es ein Problem mit dem Material oder an der Wand gab, ob ein menschlicher Fehler oder ein medizinischer Grund bei dem Unglück eine Rolle spielten.
Die Kletteranlage mit mehr als 30 ausgewiesenen und gesicherten Routen mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden liegt auf rund 1930 Metern und war am Sonntag geschlossen.
In der Woche davor starb ein Wanderer aus dem Sauerland in den Zillertaler Alpen bei Mayrhofen vor den Augen seines Schwiegervaters und seiner Schwäger. Der 36-Jährige hatte auf einem schmalen Pfad das Gleichgewicht verloren und stürzte über steiles und felsiges Gelände 50 bis 100 Meter in die Tiefe. Er war auf die Mörchnerscharte gewandert – ein mehr als 2800 Meter hohes Bergjoch zwischen zwei Tälern.
Ein anderer Wanderer aus dem Sauerland stürzte in der Osttiroler Venediger-Gebirgsgruppe über Felswände in den Tod. Ermittler gehen davon aus, dass der 74-Jährige beim Abstieg verunglückte.
In den Statistiken der Alpenländer und von Bergsportvereinen werden als häufigste Unfallursache bei Bergunfällen im Sommer Stürze und Abstürze aufgeführt, außerdem medizinische Notfälle und Erschöpfung.
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