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Wende im Kampf um die Macht?: Gianni Infantino ist auf dem besten Weg zur Mehrheit

n-tv ·
Wende im Kampf um die Macht?: Gianni Infantino ist auf dem besten Weg zur Mehrheit

St. Kitts und Nevis, Grenada, Neukaledonien. Per Instagram-Story verkündet Gianni Infantino am Freitag, dass drei weitere FIFA-Mitgliedsländer an seiner Seite stehen. Sein Vorhaben, am 18. März 2027 in der marokkanischen Hauptstadt Rabat als mächtigster Mann im Weltfußball bestätigt zu werden, nimmt Formen an. Dabei wirkten die Unterstützungsschreiben der drei Fußballzwerge auf den ersten Blick wie eine Randnotiz im Kampf um die Fußball-Macht zwischen der FIFA und ihren Gegnern, allen voran der UEFA. Doch das Gegenteil ist richtig.

Grenada und St. Kitts und Nevis? Auf den ersten Blick nur zwei Ministaaten aus der Karibik ohne Fußballhistorie. Neukaledonien? Französisches Überseegebiet in der Südsee, weit davon entfernt, eine Fußballmacht zu sein. Doch es gibt gute Gründe, anzunehmen, dass die Bekundungen von Grenada, St. Kitts und Nevis sowie Neukaledonien die Wende im Wahlkampf um das höchste Amt im Fußball einleiten.

Das hat mit dem Wahlsystem zu tun. Der FIFA-Präsident wird von allen 211 FIFA-Mitgliedsländern gewählt. Jeder Verband hat eine Stimme. Grenadas Stimme oder die von St. Kitts und Nevis hat genauso viel Gewicht wie die aus Deutschland, England oder Frankreich. Sofern es höchstens zwei Kandidaten gibt, fällt die Entscheidung schon im ersten Wahlgang mit einfacher Mehrheit. 106 Stimmen sind nötig. Ob suspendierte Verbände Stimmrecht haben, wird erst kurzfristig entschieden. Bei Infantinos erster Wahl 2016 war das nicht der Fall. Diesmal wären Russland und Nepal von einem Ausschluss betroffen. Bei 209 wahlberechtigten Verbänden würden bereits 105 Stimmen zur Präsidentschaft reichen.

Bislang sehen die Machtverhältnisse - vereinfacht gesagt - so aus: Afrika und Südamerika stehen hinter Infantino, Europa ist gegen den Schweizer. Einen Gegenkandidaten hat die Opposition, mit dem europäischen Fußballverband UEFA an der Spitze, aber noch nicht aufgebaut. Die drei anderen Kontinentalverbände sind gespalten: Asien, Nordamerika, Ozeanien. Es gibt keinen Fraktionszwang, Nationalverbände können von der Position ihres Kontinentalverbands abweichen. Deshalb lohnt ein detaillierter Blick.

Sicherste Bank für Infantino ist der afrikanische Kontinentalverband. Die CAF hat sich frühzeitig für den Amtsinhaber ausgesprochen. Einige afrikanische Nationalverbände haben ihre Unterstützung für Infantino auch individuell bestätigt. Bemerkenswert: Abweichler gibt es bislang gar keine. Hält die Unterstützung, hätte Infantinino bereits 54 Stimmen sicher und wäre der nötigen Mehrheit von 105 oder 106 Stimmen ein großes Stück näher.

Ebenfalls auf Infantinos Seite: Südamerika. Der CONMEBOL-Verband mit seinen zehn Mitgliedern dürfte den umstrittenen Amtsinhaber geschlossen unterstützen. Einige Verbände wie Vize-Weltmeister Argentinien oder Paraguay, hier sitzt der südamerikanische Fußballverband, haben dies auch bereits zum Ausdruck gebracht. Abweichler sind - Stand jetzt - genau wie in Afrika nicht zu erwarten. Zumal Infantino Medienberichten zufolge die nächste WM-Erweiterung auf 64 Teilnehmer durchsetzen will. 2030 wird das Turnier in Marokko, Portugal und Spanien ausgetragen.

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