DNA-Test zeigt Verwechslung - Mutter bringt falsches Baby zur Welt
Neapel (Italien) – Ein DNA-Test brachte für ein Ehepaar in Italien Gewissheit, aber das Ergebnis ist ein Schock: Die Tochter einer 36-jährigen Frau und ihres Mannes (41) ist biologisch nicht das eigene Kind. Die beiden vermuten, dass es bei der künstlichen Befruchtung in einer Klinik in Neapel zu einer Verwechslung kam und die Mutter einen falschen Embryo eingepflanzt bekam. Mittlerweile ermittelt die Staatsanwaltschaft. Gibt es noch mehr Fälle?
Das Mädchen wurde am 3. Juni 2025 geboren, kurz darauf stellte sich heraus: Die Blutgruppe des Babys passte biologisch weder zum Vater noch zur Mutter. Die beiden glauben nun an einen folgenschweren Irrtum im San Paolo Klinikum in Neapel: Dort hatte sich die Frau bei einer I n-vitro-Fertilisation einen von fünf zuvor eingefrorenen Embryonen einsetzen lassen, um ein zweites Kind zu bekommen. Doch offenbar war es nicht der eigene. Denn ein DNA-Test bestätigte den Verdacht, wie italienische Medien berichten.
Inzwischen fürchten beide, dass ihr leibliches Kind bei einer anderen Familie aufwächst, erklärten sie der Nachrichtenagentur ANSA: „Als wir von dem Embryonentausch erfuhren, gerieten wir in einen Strudel der Gefühle“, sagten sie. Sie hätten sich gefragt, „ob unsere Embryonen vielleicht einem anderen Paar eingesetzt worden waren“.
Die Familie möchte das Mädchen unabhängig von der biologischen Abstammung als Tochter aufziehen, Anzeige erstattete sie trotzdem: „Wir lieben das kleine Mädchen. Aber wir wollen wissen, was passiert ist“, sagte der Vater in einem Interview mit dem „Corriere della Sera“. Ein Verfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung läuft, eine Spezialeinheit der Carabinieri ermittelt in dem Krankenhaus.
Laut Ansa erklärte die Gesundheitsbehörde ASL Napoli 1 Centro, es habe „keinen Embryonentausch“, sondern einen Fehler beim Implantationsverfahren gegeben. Die Embryonen der betroffenen Frau seien keiner anderen zukünftigen Mutter implantiert worden. Trotzdem sind nun viele Paare in Sorge, die zeitgleich in der Klinik behandelt wurden. Francesco Petruzzi, der Anwalt der betroffenen Familie, sagte zu BILD: „Vier Familien haben sich bereits bei mir gemeldet. Der Fall ist vielleicht größer, als wir denken.“
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