Trump bremst Militärmanöver mit Südkorea aus
US-Präsident Donald Trump will die gemeinsamen Militärübungen mit Südkorea deutlich zurückfahren. Als Gründe nennt er die hohen Kosten und sein gutes Verhältnis zu Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un . Die aktuelle Übung "Ulchi Freedom Shield" begann an diesem Montag dennoch wie geplant.
Auf Truth Social erklärte Trump, die Manöver seien "nicht nur kostenintensiv, wobei viele dieser Kosten von den USA bezahlt werden (wie üblich!)". Zugleich seien sie ein Signal, das "total unangemessen und feindlich" gegenüber Nordkorea sei. Das Land habe sich während seiner Präsidentschaft "nicht bedrohlich und respektvoll" verhalten. Angesichts seiner "sehr guten Beziehung" zu Kim sei er mit den seit langem vereinbarten Übungen unzufrieden.
Für eine Absage sei es inzwischen zu spät, schrieb Trump. Deshalb habe er Verteidigungsminister Pete Hegseth angewiesen, die Übungen "wesentlich zu reduzieren". Zugleich ließ der Präsident erkennen, dass er auch ihre künftige Fortsetzung infrage stellt.
In seinem Beitrag verband Trump die Debatte zudem mit Kritik an Südkorea wegen des Iran . Er schrieb: "Ich habe kürzlich den Präsidenten von Südkorea gefragt, ob sie sich uns bei der Denuklearisierung der Islamischen Republik Iran anschließen möchten und sie sagten: 'Nein, danke!'" Zuvor hatte er auch andere westliche Partner wegen aus seiner Sicht mangelnder Unterstützung im Iran-Krieg kritisiert.
Die elftägige Übung "Ulchi Freedom Shield" dient offiziell der Vorbereitung auf eine möglicherweise notwendige Verteidigung gegen Nordkorea. Tausende Soldaten beider Länder nehmen teil. Nach Angaben der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap sind diesmal 14 Feldübungen vorgesehen, drei weniger als im vergangenen Jahr. Die Reduzierung geht demnach auch auf Südkoreas Präsidenten Lee Jae Myung zurück, der eine diplomatische Annäherung an Pjöngjang anstrebt.
Am Samstag bot er Pjöngjang erneut Gespräche über einen Friedensvertrag an. Nordkorea reagierte zunächst nicht. Beide koreanischen Staaten befinden sich formal weiterhin im Kriegszustand, weil der Koreakrieg 1953 lediglich mit einem Waffenstillstand endete.
Das Verteidigungsministerium in Seoul erklärte am Montag, die Übungen liefen planmäßig. "Wir werden wie zuvor angekündigt und geplant verfahren", sagte ein Sprecher. Die USA sind der wichtigste militärische Verbündete Südkoreas. Rund 28.500 US-Soldaten sind dort stationiert.
Pjöngjang verurteilt die amerikanisch-südkoreanischen Manöver seit Jahren als Generalproben für eine Invasion. Kim bezeichnet Südkorea als "Hauptfeind" und droht dem Nachbarland immer wieder mit militärischer Gewalt.
Seit Trumps erster Amtszeit hat Nordkorea sein nukleares Waffenarsenal, wie etwa nukleare Sprengköpfe, weiter ausgebaut. Im April teilte die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEA) mit, dass Nordkorea seine Kapazitäten zum Bau von Atomwaffen "sehr deutlich" ausgeweitet habe. Nordkorea verfügt der IAEA zufolge über eine zweistellige Zahl atomarer Sprengköpfe.
Mehrere jüngste Raketentests werteten Experten auch als Machtdemonstration und Protest gegen die jährlichen Übungen. UN-Resolutionen untersagen Nordkorea grundsätzlich den Start ballistischer Raketen.
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