Mühsam-3.2 in Wattenscheid - Preußen quält sich und die Fans
Das Beste vorweg – Drittligist Münster hat das Viertelfinale im Westfalenpokal erreicht. Doch viel mehr Gutes gibt‘s vom Auftritt im Lohrheidestadion am Dienstagabend kaum zu berichten…
Vor allem in der ersten Hälfte knüpften die Jungs von Cheftrainer Thomas Wörle (44) nahtlos daran an, womit sie zuletzt beim Liga-2:3 in Großaspach aufgehört hatten. Kopflos in der Abwehr, ohne echte Spielidee und Offensivschwung. Da war‘s nur folgerichtig, dass die klassentieferen Hausherren nach einer Viertelstunde durch Ilias Poliakov verdient mit 1:0 in Führung gingen.
Und Wattenscheid hätte vor 3138 Zuschauern – darunter gut 1000 Adler-Anhänger, verstärkt durch ihre Freunde vom VfL Bochum – den Vorsprung bis zur Pause sogar noch ausbauen können. Doch die dickste Chance zum 2:0 vereitelte Preußen-Keeper Matthis Harsman (26), der für Stammkraft Morten Behrens (29) zwischen den Pfosten stand, gegen Nicolas Hirschberger in der 29. Minute. Kurze Ecke dicht gemacht, Schuss geblockt. Glück gehabt.
Selbst Wörle gab nach dem Abpfiff ehrlich zu: „Wir hätten nach dieser schwachen ersten Hälfte durchaus höher zurückliegen können,“
Mit einem Dreier-Wechsel – Niklas Varelmann, Philipp Maier und Alfons Higl kamen für „Comebacker“ Niko Koulis (erster Einsatz nach über fünfwöchiger Zwangspause), Marvin Schulz junior und Rico Preißinger - sorgten die „Schwarz-Weiß-Grünen“ dann im zweiten Durchgang endlich für mehr Schwung. Und Tore!
Erst der Ausgleich durch Charalambos „Babis“ Makridis (56.), ehe Joshua Mees (65.) und der starke Varelmann (80.) auf 3:1 erhöhten. Die besten 25 Minuten der Gäste, die hinten raus trotzdem wieder zittern mussten. Denn Regionalligist Wattenscheid steckte nie nicht auf und verkürzte durch einen umstrittenen Foulelfer (87./Tim Dietrich an Thomas Gösweiner), den ausgerechnet Ex-Preuße Kevin Schacht unhaltbar verwandelte, auf 2:3.
Danach warf der Regionalligist alles nach vorne, wollte mit Macht den Ausgleich erzwingen. Doch der Favorit rettete den knappen Vorsprung irgendwie ins Ziel. Und bleibt damit weiter im Rennen um die Qualifikation zur ersten Hauptrunde im DFB-Pokal, die immerhin rund 500.000 Euro in die Vereinskasse spülen würde. Wörle erleichtert: „Natürlich tut so ein Sieg gut. Gerade, nachdem wir zuletzt in der Meisterschaft nicht den besten Lauf hatten.“ Stimmt – da sind die Adlerträger bereits seit fünf Spieltagen ohne Dreier und auf Tabellenrang 12 abgerutscht. Nur noch einen Zähler vor der Abstiegszone.
Vielleicht wirkt der mühsame Pokaltriumph von Wattenscheid ja wie ein Brustlöser, sodass die Preußen auch am nächsten Sonntag daheim gegen Fortuna Köln (25.11./16.30 Uhr/Magenta Sport) zurück in die Erfolgsspur finden.
Dann allerdings womöglich ohne Offensivtalent Montell Ndikom (21). Der Neuzugang von Hannover II (schon 4 Liga-Tore) musste gegen den Pottclub bereits nach 18 Minuten mit Hüftproblemen von Feld. Eine genaue Untersuchung am Mittwoch soll Aufschluss über die Schwere der Verletzung bringen.
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