Steigende Preise für Benzin, Heizöl, Gas - wie teuer wird der Winter?
Hohe Energiekosten Benzin, Heizöl, Gas - wie teuer wird der Winter? Stand: 17.10.2026 • 12:05 Uhr
Die Preise für Kraftstoff, Heizöl und Erdgas sind binnen kurzer Zeit stark gestiegen. Das verteuert den Alltag und belastet auch Firmen mit Extrakosten. Was sind die Folgen?
Rund 400 Euro im Monat gibt die Pendlerin Daria Schulz inzwischen fürs Tanken aus. Die 130 Kilometer zum Büro kann sie sich kaum noch leisten. "Das ist natürlich ein Ausgabeposten, den ich nicht einfach so wegstecke", sagt Schulz.
Der Preis für Superbenzin ist binnen eines Jahres um rund 30 Prozent gestiegen, der Dieselpreis um rund 45 Prozent. Im EU-Vergleich bleibt der Spritpreis in Deutschland trotz Tankrabatt hoch, vor allem wegen der Steuern und Abgaben. Auch die Freigabe der strategischen Reserven kann Autofahrer nur vorübergehend entlasten.
Seit einer Woche gibt es den neuen Tankrabatt. Was kommt davon bei Autofahrern an? mehr
Auch der Unternehmer Daniel Beständig aus der Nähe von Schweinfurt weiß nicht, wie er die Energiekosten noch stemmen soll. Er betreibt eine internationale Spedition mit 22 Fahrzeugen. Im Vergleich zu 2020 hat er nach eigenen Angaben eine Million Euro Mehrkosten im Jahr nur für Sprit.
Mit den Kraftstoff- und Energiepreisen hätten Mittelständler wie er momentan richtig zu kämpfen, sagt Beständig.
Der Bundesverband Logistik & Verkehr warnt vor einem Kollaps der Branche. Die Liquidität sinkt, Investitionen werden verschoben und Fuhrparks reduziert.
Plusminus: Energiepreis-Explosion: Kommt jetzt der teure Winter? Lisa Wurscher, BR, Das Erste, 07.10.2026 • 21:45 Uhr Hohe Spritkosten verteuern Lebensmittelpreise Beständig transportiert überwiegend Lebensmittel. Bei festen Aufträgen kann er die Spritkosten an den Kunden weitergeben. Die wiederum geben sie an ihre Kunden - die Verbraucher - weiter. Das sei eine Spirale, sagt Beständig.
"Am Schluss - wir sehen das in den Supermärkten, gerade im Lebensmittelbereich - sind wir im Vergleich zu den letzten Jahren schon deutlich nach oben gegangen mit den Preisen", sagt der Unternehmer.
Allein im September sind die Energiepreise im Vergleich zum Vorjahresmonat um 14,9 Prozent gestiegen. Das hat dazu geführt, dass die Inflationsrate inzwischen bei 3,3 Prozent liegt.
Ab Januar ist ein Spritpreisdeckel geplant , also ein staatlich festgelegter Höchstpreis. Ökonomen warnen vor unerwünschten Folgen. "Wenn ich in einem ansonsten freien Markt einen Preis deckle, habe ich zwei Effekte", erläutert Andrej Putisek von der Hochschule für Technik Stuttgart. "Eine steigende Nachfrage und ein gesunkenes Angebot. Mit Spritpreisdeckel habe ich die Befürchtung, dass es zu einer Knappheit kommen wird."
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