Ihr Foto ging um die Welt - Rachel Uchitel im Liebesglück
West Palm Beach – Die Journalistin Rachel Uchitel telefoniert am 11. September 2001 noch mit ihrem Verlobten Andy O’Grady (†32), als die erste von Al-Qaida-Terroristen gekaperte Passagiermaschine in den Nordturm des World Trade Centers rast. Andy arbeitet im 104. Stock des Südturms bei der Finanzfirma Sandler O’Neill & Partners – direkt gegenüber dem Inferno. Als 17 Minuten später auch sein Turm getroffen wird, bricht die Verbindung ab. 56 Minuten später kollabiert das Hochhaus – und reißt die Liebe ihres Lebens in den Tod.
Zwei Tage später kulminiert alles in einem einzigen Moment: Schmerz, Erschöpfung, Schlaflosigkeit, Hoffnungslosigkeit. Rachel ist 26, eine junge TV-News-Produzentin, als sie vor dem Bellevue Hospital in Manhattan mit einem selbstgemachten Vermisstenplakat für Andy steht – und bitterlich weint.
„Natürlich war das Absuchen der Krankenhäuser mit seinem Foto ein Verzweiflungsakt“, erinnert sich die heute 51-Jährige auch 25 Jahre nach dem Terror-Horror mit 2977 Toten, als wäre es gestern gewesen. Vor laufenden Kameras fleht sie: „Er ist mein ganzes Leben! Ihr müsst mir helfen, ihn zu finden!“
Die erschütternden Bilder machen Uchitel zur Mediensensation – zum Symbol des unfassbaren Leids, das Osama bin Ladens Terroristen New York und Amerika zufügten. Ihr schmerzverzerrtes Gesicht prangt auf Titelseiten von New York bis Sydney. BILD nennt sie damals den „ Engel aus der Asche“. Doch es ist auch der Beginn eines Lebens voller Abstürze: Affären wie jene mit Golf-Superstar Tiger Woods (50), gescheiterte Ehen, Reality-TV-Therapien, Jobs als VIP-Hostess in New York und Las Vegas – und die ewige Suche danach, nach dem Verlust ihres Verlobten wieder Liebe zu finden.
West Palm Beach, Florida, schwüle Tropenhitze. Rachel fährt in einem „Range Rover Bespoke SV“ vor einem schmucken Haus vor, das sie als Investment gekauft hat. Ihr Hauptwohnsitz liegt im nahen Palm Beach. Erst vor zwei Wochen ließ sie sich in einer 13 Stunden langen Schönheits-OP das Gesicht straffen. Die schmerzhafte Rekonvaleszenz dokumentierte sie täglich auf Instagram. Einige Kopfbewegungen tun noch weh, sagt sie zur Begrüßung. An ihrer Seite: der Beweis, dass ihr Leben doch noch Richtung Happy End steuert – ihr neuer Ehemann Dan Donovan (58). An Silvester heiratete sie den Geschäftsmann in Palm Beach.
Auf dem Sofa erzählt sie BILD zuerst wieder vom schlimmsten Tag ihres Lebens. Sie und Andy waren gerade aus Griechenland zurückgekehrt, der azurblaue September-Himmel in New York erinnerte sie an die Inselidylle. Kurz davor hatte Andy ihr in einem Ruderboot im Central Park einen Heiratsantrag gemacht. „Er war so nervös, ich wollte ihm fast das Ruder entreißen, als er plötzlich auf die Knie ging“, sagt sie. Nach der Arbeit wollte Rachel an diesem Dienstag bei Vera Wang Brautkleider anprobieren. Die Hochzeit wurde geplant. Das junge Paar blickte nach vorne – in eine gemeinsame Zukunft.
Beim Abschied wollte Andy sie küssen. Rachel sagte: „Ich habe Lippenstift drauf, ich küsse dich später! Ich sehe dich heute Abend!“ Flüchtige Worte, die sich später in ihre Erinnerungen brannten. „Es gab diesen letzten Kuss nicht“, schüttelt sie den Kopf.
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