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Nach Waldbrand in Südfrankreich: Wie kann der Wald resilienter werden?

Tagesschau (ARD) ·
Nach Waldbrand in Südfrankreich: Wie kann der Wald resilienter werden?

Nach Waldbrand in Südfrankreich Von der Pinienmonokultur zum resilienten Wald Stand: 19.08.2026 • 14:54 Uhr

Der verheerende Waldbrand bei Bordeaux hat 420 Quadratkilometer zerstört - und noch immer brennen Glutnester. Experten sehen die Pinienmonokulturen als einen der größten Risikofaktoren. Wie kann der Wald resilienter gemacht werden?

Langsam rumpelt Michel Roberts Geländewagen über den weichen Untergrund aus Sand, Asche und Kiefernnadeln. Hier im Wald zwischen den Gemeinden Saumos und Le Temple war der verheerende Brand ausgebrochen. Verkohlte Pinien, soweit das Auge reicht, mit schwarzen Stämmen und rötlich-braunen Wipfeln: wie riesige, abgebrannte Streichhölzer.

Michel Robert deutet aus dem Autofenster: Auf seiner Parzelle hat er als Brandschutz systematisch breite Schneisen in den Wald geschlagen. An manchen Stellen konnten diese Schneisen das Feuer aufhalten - aber nicht überall. 400 seiner insgesamt 550 Hektar sind abgebrannt. Das Waldstück ist seit mehreren Generationen in Familienhand.

"Schon mein Großvater hat diese Brandschneisen angelegt. Er war sowas wie ein Pionier der Waldwirtschaft und -pflege in der Region. Er hat die Gefahr der Brände erkannt. Für die Waldbesitzer bedeuten Brandschneisen aber einen wirtschaftlichen Verlust", sagt Robert.

An manchen Stellen konnte das Feuer in der Nähe von Saumos in Südfrankreich aufgehalten werden.

Deshalb verzichten viele auf solche Schneisen. Eine gesetzliche Vorschrift dafür gibt es nicht. Auf die Frage, ob er seinen Wald wieder aufforsten will, zuckt Michel Robert mit den Schultern: "Alles hängt davon ab, welche Hilfen wir bekommen und ob das wirtschaftlich nachhaltig ist. Es darf keine Vorschriften geben nach dem Motto: 'Wir müssen 30 Prozent Eichen pflanzen oder zehn Prozent Birken', die hier nicht wachsen. Wir müssen nicht 'den Wald anders denken'."

Der Wald in der Region besteht fast vollständig aus Pinien. Ein großer Teil davon wurde im 19. Jahrhundert angepflanzt, um das Land zu befestigen und die ursprüngliche Sumpflandschaft trockenzulegen. Im Gegensatz zu anderen Baumarten kommen Pinien mit den sandigen, säurehaltigen Böden der Gegend gut zurecht.

Viele Wissenschaftler und Forstingenieure sehen die Pinienmonokulturen als einen der größten Risikofaktoren für Waldbrände.

Viele Wissenschaftler und Forstingenieure sehen die Pinienmonokulturen aber als einen der größten Risikofaktoren für Waldbrände. Sie kritisieren eine Waldwirtschaft, die vor allem auf den Bedarf der Holzindustrie ausgelegt ist: Tausende Hektar von Bäumen der gleichen Art, des gleichen Alters, die zur gleichen Zeit gefällt werden.

Dabei seien Pinien nicht per se anfälliger für Waldbrände als andere Baumarten, erklärt Christophe Plomion. Er forscht am französischen Institut für Landwirtschaft, Ernährung und Umwelt (INRAE) und ist spezialisiert auf die Anpassung von Wäldern an den Klimawandel. Laubbäume statt Pinien, um Waldbrände zu vermeiden? Ganz so einfach sei es nicht, sagt Plomion.

"Laubbäume bringen eine Anfälligkeit für Waldbrände mit sich, weil ihre Blätter weniger Wasser enthalten als Nadelbäume", erklärt er.

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