Harsmann blieb fehlerfrei - Preußen in der Keeper-Klemme
Vorm Saisonstart war die Reihenfolge zwischen den Pfosten klar festgelegt. Morten Behrens (29) ging bei Drittligist Münster als klare Nummer 1 ins Rennen, gefolgt von Matthis Harsman (27). Doch der ist inzwischen aus seinem Schatten rausgetreten und – spätestens seit dem Pokal-3:2 in Wattenscheid – selbst auf dem Weg zur Stammkraft...
Fakt ist: Behrens hatte in den vergangenen Wochen nachweislich nicht gerade seine beste Phase, hing bei einigen der insgesamt 21 (!) Gegentreffer (nur Schlusslicht Havelse kommt noch auf zwei mehr) dick mit drin. So ging zuletzt auch das Großaspacher Siegtor zum 3:2 klar auf seine Kappe.
Im Achtelfinale des Westfalenpokals bei Regionalligist Wattenscheid erhielt nun – wie unabhängig davon vorab vereinbart – Harsman seine Chance. Und er konnte sie nutzen. Ein, zwei kleinere Wackler zu Beginn der Partie, die sicherlich auch auf seine fehlende Spielpraxis zurückzuführen waren. Ansonsten aber eine saubere Vorstellung, obwohl auch seine Weste nicht weiß blieb.
Doch an beiden Buden des engagierten Pottclubs traf ihn keine Schuld. Zunächst tauchte 09-Torschütze Ilias Poliakov nach katastrophalem Abwehr-Schnitzer mutterseelenallein vor ihm auf (15.). Kurz vorm Abpfiff des kleinlichen Schiedsrichters Cengiz Kabalakli (Gelsenkirchen) war Harsman dann noch bei einem umstrittenen Foulelfer – verwandelt von Ex-Preuße Kevin Schaft (87.) chancenlos.
Ansonsten eine grundsolide Vorstellung vom Schlussmann der „Schwarz-Weiß-Grünen“, der im Sommer als Ersatzmann von Viertligist Rödinghausen an die Hammer Straße geholt worden war. Und nun plötzlich mehr sein könnte...
Sogar Chefcoach Thomas Wörle (44) lobte ihn anschließend: „Eine gute und souveräne Vorstellung. Matthis war immer da, wenn er gebraucht wurde.“
Reicht das aber schon aus, um auch am kommenden Sonntag im nächsten Heimspiel gegen Fortuna Köln (16.30 Uhr/live bei Magenta Sport) seine Liga-Premiere zu feiern? Durchaus möglich, zumal „Konkurrent“ Behrens am Mittwoch noch mit einer Grippe zu kämpfen hatte und frühestens Donnerstag wieder ins Training einsteigen kann.
Der bescheidene Harsman macht verbal allerdings keinen Druck, bleibt ruhig und stellt keinerlei Forderungen. Obwohl er auf seine Leistung im Lohrheidestadion durchaus stolz sein konnte: „Ich bin wirklich froh, dass ich so ein Spiel für Preußen bestreiten durfte. Alles andere habe ich nicht zu entscheiden.“
Bereits vor zwei Wochen hatte er in BILD erklärt: „Mein Ziel war es schon immer, eines Tages bei einem großen Klub unter professionellen Bedingungen arbeiten zu können. Münster hat viel Tradition, ein gewachsenes Umfeld und bietet mir die Möglichkeit, mich täglich zu verbessern. Ich habe mit meinem Wechsel wirklich alles richtig gemacht.“
Behrens oder Harsman, Wechsel oder Kontinuität – die Fans können gespannt sein, wem Wörle in enger Abstimmung mit Torwart-Trainer Andre Poggenborg (43) gegen die Kölner Fortuna den Vorzug geben wird. Am Ende zählt ohnehin nur, dass die Kiste möglichst dicht bleibt. Und nach elf Spieltagen bei den Preußen hinten erstmals die Null steht...
Fraglich zudem, ob die „Adlerträger“ dann auch schon wieder auf Montell Ndikom (21) setzen können.
5News hat diese Zusammenfassung aus dem öffentlichen Feed der Quelle übernommen. Der vollständige Artikel mit allen Details steht auf www.bild.de — der Inhalt gehört Bild Sport.