„Er ist kein Heiliger, aber ...“ - Mourinho spricht über „Mobbing“ gegen Vinicius
Der Patzer zum Liga-Auftakt drohte, das königliche Comeback von Trainer José Mourinho (63) bei Real Madrid schien mit Punktverlusten zu enden – doch dann erschien im Star-Ensemble der Madrilenen ein unwahrscheinlicher Held auf der Bildfläche. Nicht Kylian Mbappé, Vinicius, Jude Bellingham, Yan Diomande oder Arda Güler, sondern der erst 21-jährige Carlos Espi, im Sommer für 25 Mio. Euro von Levante gekommen, traf zum 2:1-Last-Minute-Sieg im Auswärtsspiel bei Espanyol Barcelona.
Mourinho zeigte sich nach der Partie erleichtert, lobte auch den starken Gegner: „Ich glaube, wir haben den Sieg verdient, aber Espanyol hat die Niederlage nicht verdient. In der zweiten Halbzeit haben wir das Spiel gut kontrolliert und großen Druck ausgeübt; wir sind hohe Risiken eingegangen. Wir haben den Sieg verdient. Aber für eine Mannschaft, die so spielt wie Espanyol – die so verteidigt und so kontert, mit Spielern, die bis an ihre Grenzen gehen, und einer guten Organisation –, ist es hart, ohne etwas Zählbares nach Hause zu fahren.“
Was den Portugiesen ärgerte: Wie Offensiv-Star Vinicius (26) in Barcelona behandelt wurde. Sowohl Fans als auch Spieler hätten den Brasilianer, nach Meinung von Mourinho, provoziert. „Er ist kein Heiliger“, sagte Mourinho, „aber was sie ihm antun, ist unerträglich, und das fängt schon in der ersten Minute an. Wir leben zwar in einer Zeit, in der Mobbing gesellschaftlich bekämpft wird, aber Vini wird trotzdem gemobbt – vom Gegner und von den Zuschauern.“
Vinícius müsse seine Emotionen „gut im Griff haben“, sagte der Real-Coach. Er habe darüber mit dem Brasilianer auch gesprochen und ihm geraten, „darauf zu achten, wie er jubelt, wenn er ein Tor schießt“.
Mourinho, der im Sommer von Benfica gekommen war, hatte drei Neuzugänge in die Startelf gestellt: Ibrahima Konaté (kam ablösefrei aus Liverpool), Denzel Dumfries (für 20 Mio. Euro von Inter Mailand) und Bernardo Silva (ablösefrei von Manchester City). Dagegen verzichtete er zunächst auf die neuen Stars Marc Cucurella (für 55 Mio. Euro von Chelsea) und Yan Diomande (für 125 Mio. Euro aus Leipzig).
Die Führung für Real besorgte allerdings ein „alter Bekannter“: Jude Bellingham (9.). Der Engländer traf per Kopf nach Güler-Freistoß. Real dominierte – aber Espanyol antwortete. Álex Calatrava erzielte den Ausgleich (30.). In der zweiten Halbzeit mühten sich die Gäste, kamen aber gegen gut organisierte Hausherren nicht zum Erfolg – bis zur letzten Minute und dem Abschluss des in der 80. Minute eingewechselten Carlos Espi.
Mourinho sagte: „Wir befinden uns noch in der Kennenlernphase, aber wir tun das, ohne Punkte liegen zu lassen. Das ist das Wichtigste.“
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