Angst vor Piraterie - Kinos verbieten smarte Brillen
Filme heimlich mitschneiden – mit einer Brille auf der Nase? Genau davor haben immer mehr Kinobetreiber in Großbritannien Angst. Deshalb wollen zahlreiche Lichtspielhäuser den Einsatz von Smart Glasses mit eingebauter Kamera jetzt verbieten oder zumindest stark einschränken. Besonders im Visier: die smarten Brillen von Meta.
Die Sorge der Kino-Chefs: Moderne Smart Glasses sind mit winzigen Kameras ausgestattet und können relativ unauffällig Videos aufnehmen. Zwar leuchtet beim Filmen eine kleine LED – in einem dunklen Kinosaal könnte sie allerdings leicht übersehen werden.
Die UK Cinema Association kündigte jetzt an, dass zahlreiche Betreiber ihre Regeln überprüfen. Hintergrund sind illegale Filmaufnahmen. Allein 2025 wurden in britischen Kinos 121 entsprechende Vorfälle registriert. Nach Branchenschätzungen verursacht Filmpiraterie in Großbritannien jährlich Schäden von mindestens 500 Millionen Pfund. Ein großer Teil der illegal verbreiteten Kopien soll ursprünglich aus heimlichen Kinoaufnahmen stammen.
Meta sieht seine Brillen dagegen nicht als Spionage-Werkzeug. Das Unternehmen verweist auf zahlreiche Funktionen: Musik hören, Live-Übersetzungen oder Telefonate ohne das Smartphone in der Hand. Auch für blinde und sehbehinderte Menschen könnten die Geräte eine wichtige Hilfe sein.
Meta verkauft seine Smart Glasses seit 2021 und setzte im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben rund sieben Millionen Exemplare ab. Eine Einschränkung der Nutzung wäre aus Sicht des Konzerns deshalb ein Rückschritt. Außerdem gebe es die leuchtende LED als sichtbares Signal für laufende Aufnahmen sowie technische Schutzmechanismen, die Manipulationen verhindern sollen.
Die britischen Kinos stehen mit ihren Einschränkungen nicht allein da. Die Pub-Kette Wetherspoons hat Aufnahmen mit Smart Glasses in ihren Lokalen bereits untersagt. Auch bei ATG Theatres dürfen die Brillen während Aufführungen nicht getragen werden. In Gerichten in England und Wales sind die Meta-Brillen ebenfalls tabu, weil das Aufnehmen von Fotos und Videos im Gerichtssaal verboten ist.
Auch in Deutschland wächst der Widerstand: Eine Datenschutz-Organisation hat Strafanzeige gegen Meta und weitere Beteiligte gestellt. Der Vorwurf: Die smarten Brillen könnten gegen Gesetze zu verdeckten Aufnahmegeräten verstoßen.
Haben Sie Fehler entdeckt? Möchten Sie etwas kritisieren? Dann schreiben Sie uns gerne!
5News hat diese Zusammenfassung aus dem öffentlichen Feed der Quelle übernommen. Der vollständige Artikel mit allen Details steht auf www.bild.de — der Inhalt gehört Bild.