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Der „Bad Apple“-Effekt - Wer andere schummeln sieht, betrügt eher

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Der „Bad Apple“-Effekt - Wer andere schummeln sieht, betrügt eher

Ob Abschreiben in der Schule oder kleine Schummeleien im Alltag: Regelbrecher werden oft als einzelne schwarze Schafe betrachtet. Doch eine neue Untersuchung legt nahe, dass ihr Verhalten ansteckende Wirkung haben kann. Dieser sogenannte „Bad-Apple“-Effekt beschreibt, wie ein fauler Apfel im übertragenen Sinne die ganze Kiste verderben kann. Fass mir den Artikel zusammen

Ein Forschungsteam um Dr. Lucas Molleman von der Universität Amsterdam untersuchte, wie Menschen ihre Entscheidungen an das Verhalten anderer anpassen, berichtet „The Guardian“. Dafür rekrutierten die Wissenschaftler 750 Erwachsene in den USA. In einem Online-Experiment sollten sie eine animierte Sternschnuppe beobachten, die über eine Reihe von 100 Feldern wanderte. Ihre Helligkeit veränderte sich dabei. Die Aufgabe bestand darin, das Feld auszuwählen, das am stärksten aufleuchtete. Wer das richtige Feld auswählte, sollte eine Geldbelohnung erhalten.

Je weiter rechts das ausgewählte Feld vom korrekten Ergebnis entfernt lag, desto höher fiel die Belohnung aus. Wer ein Feld links vom richtigen Ergebnis auswählte, erhielt dagegen weniger Geld. Anschließend erfuhren die Teilnehmer, wie sich eine andere Person entschieden hatte. Sie sahen, ob diese sich an die Regeln gehalten oder dagegen verstoßen hatte und wie weit sie dabei gegangen war. Danach konnten die Teilnehmer ihre eigene Entscheidung überdenken. Dieser Ablauf wurde insgesamt sechsmal wiederholt. Warum wir dreiste Regelbrecher eher nachahmen

Ergebnis: 23 Prozent der Teilnehmer waren bereits bei ihrer ersten Entscheidung bereit, Regeln zu verletzen, und wählten ein Feld mit der höchsten Belohnung – obwohl dieses deutlich rechts vom korrekten Ergebnis lag. Beobachteten die Teilnehmer, dass sich jemand an die Regeln hielt, sank ihre eigene Bereitschaft zum Regelbruch leicht. Sahen sie dagegen, dass jemand einen kleinen Verstoß beging, um sich einen Vorteil zu verschaffen, nahm ihre Bereitschaft zum Schummeln etwas zu. Deutlich fiel der Effekt aus, wenn andere die Regeln besonders dreist missachteten. In solchen Fällen steigerten die Teilnehmer ihre eigenen Regelverstöße erheblich. Teilweise gingen sie sogar weiter als die Person, deren Verhalten sie zuvor beobachtet hatten. Was sollte ich als Nächstes lesen?

Der Sozialpsychologe Professor Stephen Reicher von der schottischen University of St Andrews, der nicht an der Untersuchung beteiligt war, sieht Grenzen der Aussagekraft. Die Versuchsanordnung sei abstrakt gewesen. Zudem mussten die Teilnehmer keine Strafe für ihre Regelverstöße befürchten. Ob sich die Ergebnisse unmittelbar auf Situationen im Alltag übertragen lassen, sei daher nicht abschließend geklärt, erklärt er gegenüber „The Guardian“. Er ist überzeugt: Regelverstöße können sich verstärken, müssen es aber nicht. Ebenso kann regelkonformes Verhalten andere darin bestärken, sich selbst an gemeinsame Regeln zu halten.

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