Russland: Kremlpartei liegt bei Duma-Wahl vorne - wie erwartet
Russisches Parlament Kremlpartei liegt bei Duma-Wahl vorne - wie erwartet Stand: 20.09.2026 • 22:03 Uhr
Russland hat erstmals seit Beginn des Kriegs gegen die Ukraine ein neues Parlament gewählt. Laut Hochrechnungen gewann erwartungsgemäß die Kremlpartei Geeintes Russland. Unregelmäßigkeiten überschatteten die Wahl.
Die Kremlpartei Geeintes Russland ist bei der dreitägigen Parlamentswahl erwartungsgemäß zur Siegerin erklärt worden. Einer ersten Hochrechnung zufolge kommt die seit gut 20 Jahren regierende Partei auf 57,5 Prozent der Stimmen. Ob Geeintes Russland seine bisherige Zweidrittelmehrheit behalten kann, steht noch nicht fest.
Zweitstärkste Kraft werden der Hochrechnung zufolge die Kommunisten mit 13,6 Prozent, gefolgt von der rechtspopulistischen Partei LDPR mit 9,2 Prozent. Die Partei Neue Menschen erhält knapp acht Prozent der Stimmen, Gerechtes Russland 5,1 Prozent. Damit gelingt allen bisher in der Duma vertretenen Kräften der Wiedereinzug. Die endgültigen Wahlergebnisse werden nach Angaben von Wahlleiterin Ella Pamfilowa frühestens am 25. September bekanntgegeben.
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Alle Parteien, die zur Wahl standen, sind kremltreu und unterstützen den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Die von Regierungskritikern als Farce bezeichnete Abstimmung gilt als wichtige Bestätigung für den Kriegskurs von Kremlchef Wladimir Putin.
Für Geeintes Russland kandidierten Dutzende Kriegsveteranen. Die Kremlpartei war wegen einer massiven Wirtschaftskrise, Kriegsmüdigkeit und Unzufriedenheit der Menschen mit dem bisher schwierigsten Wahlkampf konfrontiert.
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Für einen Friedensschluss eintretende Oppositionskräfte wurden nicht zur Wahl zugelassen. Der Vorsitzende der erst zugelassenen und dann doch vom Wahlzettel gestrichenen Jabloko-Partei, Nikolai Rybakow, hatte seinen Stimmzettel demonstrativ ungültig gemacht. Zuvor hatte er die Anhänger der Partei dazu aufgerufen, auch ihre Stimmzettel ungültig zu machen.
Sowohl Jabloko als auch die traditionell starken Kommunisten beklagten, dass ihre Beobachter zu Hunderten an der Kontrolle in den Wahllokalen gehindert worden seien.
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Nach Angaben von unabhängigen Wahlbeobachtern stimmten in St. Petersburg Wahlprotokolle nicht mit der Zahl der bei der Stimmabgabe gezählten Wähler überein. In mehreren Wahllokalen sei zudem gefilmt worden, wie vorab ausgefüllte Stimmzettel in die Wahlurne geworfen wurden. Der russischsprachige Dienst der BBC berichtete, dass Staatsangestellte in Provinzregionen zur Stimmabgabe gedrängt worden seien.
Am letzten Tag der Abstimmung wurden in Moskau Probleme mit dem elektronischen Wahlsystem gemeldet. Die Chefin der Zentralen Wahlkommission, Pamfilowa, erklärte, das System sei in der Hauptstadt Ziel von Cyberangriffen geworden.
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