Klage gegen OpenAI: Das Neinhorn und die Urheberrechtsklage
Mein Kollege Henrik Oerding hat sich festgelegt: kein Harry-Potter -Band, kein Game-of-Thrones -Finale, kein Nolan-Film sei je so sehnlich erwartet worden wie der nächste Teil der Computerspielserie Grand Theft Auto , schreibt er. Im November soll es endlich rauskommen, nach irren 13 Jahren Wartezeit.
Schon vor Monaten hat der Chef des GTA - 6 -Publishers Take-Two Interactive, Strauss Zelnick, betont, dass die Welten des Spiels »handgefertigt« seien . Von Grund auf aufgebaut, »Haus für Haus, Straße für Straße, Viertel für Viertel«. Anders gesagt: keine generative KI, nirgends.
Das dürfte in den Augen vieler Gamer eine sehr zeitgeisty Aussage sein. In dieser Community brennt der Hass auf KI nämlich mit der Glut von sieben Sonnen, wie der Autor Achim Fehrenbach in seinem ZEIT-Artikel beschreibt.
Man kann die Aussagen der GTA -Macher womöglich als eine Art Entschuldigung lesen, für die ( argh!) lange Wartezeit auf den neuen Teil. Oder als eine Art neues Biosiegel fürs Gaming – das möglicherweise auf andere Kulturprodukte geklebt wird.
Berlin kriegt was Neues: Am Kottbusser Tor sollen künftig KI-gestützte Überwachungskameras der Polizei beim Einsatz gegen Kriminalität helfen . Die Berliner Morgenpost hatte berichtet, dass das Pilotprojekt noch in diesem Monat starten soll, und tatsächlich werden laut netzpolitik.org bereits die Kameras montiert, die den Platz filmen sollen. KI soll die Kamerabilder analysieren, auffällige Verhaltensmuster der Passanten erkennen und bei Bedarf Alarm schlagen.
Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) sagte laut dem Tagesspiegel , man könne in dem System dabei keine Gesichter erkennen, die Einsatzkräfte würden auf Bildschirmen nur Strichmännchen und ihre Bewegungen sehen. Die Idee: Die KI soll der Polizei so eine schnellere Lagebewertung ermöglichen.
Mit solchen KI-Verhaltensscannern will man Schlägereien erkennen, Straftaten verhindern oder im Nachgang bei der Aufklärung helfen, Wachpersonal einsparen. Das neue System soll später auch an Berlins Warschauer Straße eingesetzt werden, und läuft das Projekt in der Pilotphase gut, sollen weitere kriminalitätsbelastete Orte der Stadt hinzukommen.
Die Reflexe, die das Vorhaben im Vorfeld auslöste, waren einigermaßen vorhersehbar: Während die einen (Gewerkschaft der Polizei) laut einem rbb-Bericht von alternativloser Technik für die Sicherheit sprachen, bemängelten die anderen (Chaos Computer Club) bei einer Anhörung im Innenausschuss, dass derartige Technik anderswo viele falsche Alarme produziere. So hätte die KI bei Pilotprojekten in Hamburg und Mannheim Schwierigkeiten gehabt, zu erkennen, ob Personen sich umarmen oder angreifen. Und gegenüber netzpolitik.org kritisierte ein Jurist einen »Grundrechtseingriff«.
Der Publizist Evgeny Morozov hat vor vielen Jahren den Begriff Solutionismus geprägt. Er meint – und kritisiert – damit vereinfacht gesagt die Vorstellung, jedes gesellschaftspolitische Problem ließe sich mit der richtigen Hightech-Lösung plus Datenmagie wegoptimieren. Daran muss ich bei diesem Vorhaben ein wenig denken.
Am Kottbusser Tor gibt es seit Jahren – bei der Einrichtung umstritten genug – eine Polizeiwache.
5News hat diese Zusammenfassung aus dem öffentlichen Feed der Quelle übernommen. Der vollständige Artikel mit allen Details steht auf www.zeit.de — der Inhalt gehört Die Zeit.