Beste Werder-Zeit, aber... - Was Dinkci bei sich selbst noch vermisst
Der gebürtige Bremer Eren Dinkci (24) kehrte im Sommer als Leihgabe aus Freiburg zu Werder zurück. Der Stürmer verrät im zweiten Teil des Interviews , ob er sich Stammplatz-Sorgen macht, was er bei sich selbst noch vermisst, und wie er auf einen Anruf von Bundestrainer Jürgen Klopp (59) reagieren würde.
BILD: Werder steht nach vier Spieltagen auf Platz 8. Wie sehr hängt der gute Start an der Rückkehr von Niclas Füllkrug und Ihnen und an der hohen Identifikation mit dem Verein?
Dinkci: „Das habe ich schon öfter gehört, sehe das aber als Teamleistung. Wir haben uns nach der Niederlage (1:4 in Freiburg am ersten Spieltag, d. Red.) zusammengesetzt. Der Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft ist danach noch stärker geworden. Fülle hat in seiner Rolle sicherlich noch einen höheren Impact auf das Team als ich. Aber auch ich versuche, der Mannschaft viel zu geben, gerne auch ein paar Extrameter, die vielleicht wehtun.“
„Das Klima ist sehr positiv. Das ist nicht selbstverständlich. Wenn einer mal schläft oder eine andere Idee hat als die Mitspieler, wird er schnell wieder geweckt und eingefangen. Aber das gehört dazu.“
War die kritische Bewertung des Transfer-Sommers ein Ansporn für die Mannschaft?
„Ich fand sie jedenfalls völlig ungerecht gegenüber Clemens Fritz und Peter Niemeyer. Man sieht: Sie holen beispielsweise einen hierzulande unbekannten Youri Regeer und der wird jetzt verdienterweise total gefeiert. Wir brauchen Geduld in jeden Einzelnen im Verein – in Spieler und in unsere Verantwortlichen.“
„Was ich bislang gezeigt habe, war solide bis gut und meine beste Zeit bei Werder, davor war sie allerdings auch nie gut. Trotzdem ist es jetzt noch nicht so, wie ich es erhoffe. Ich habe die Vorbereitung verpasst und noch einige Fehler in meinem Spiel. Mir fehlen noch etwas Sicherheit und Spielwitz.“
Sie haben zuletzt beschrieben, dass sie inzwischen weniger introvertiert sind als bei Ihrem Profi-Start. Was hat Sie reifen lassen?
„In meiner ersten Zeit in Heidenheim habe ich erstmals alleine gewohnt. Und dazu noch in einem Dorf. Ich habe das Jahr damals bewusst genutzt, um mich weiterzuentwickeln, mich zu öffnen und mein soziales Umfeld zu erweitern. Ich habe dadurch sehr tolle Menschen außerhalb des Fußballs kennengelernt, zu denen ich weiter Kontakt habe.“
Mitch Weiser drängt zurück in die Startelf. Haben Sie Sorge um Ihren Platz?
„Ich mache mir da keine Sorgen. Und wenn der Trainer so entscheidet, ist es kein Problem für mich. Dann heißt es: Weiter Gas geben im Training.“
Vor zwei Jahren wurden Sie für die Nationalelf der Türkei nominiert, blieben aber ohne Einsatz. Seitdem kam nichts mehr. Wie groß ist der Frust?
„Natürlich wäre ich gerne dabei, dazu muss ich aber auch gute Leistungen zeigen. Ich war gerne dort und mit Stolz. Aktuell besteht kein Kontakt. Aber zuletzt war der Moment auch nicht gekommen, da ich jetzt erst wieder fit geworden bin.“
„Das ist, denke ich, sehr unwahrscheinlich, aber ich rede dann gerne mit ihm über Fußball, meine Entscheidung hat Bestand.“
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