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Die irische Biermarke Guinness widersteht dem Brauerei-Sterben

Tagesschau (ARD) ·
Die irische Biermarke Guinness widersteht dem Brauerei-Sterben

Brauereien Wie Guinness der allgemeinen Bierkrise trotzt Stand: 29.08.2026 • 18:16 Uhr

Auch auf den britischen Inseln geht der Bierkonsum zurück, viele kleine Brauereien müssen schließen. Eine Traditionsmarke aber erlebt einen erstaunlichen Boom: Guinness aus Irland.

Die Marke Guinness lebt von Zahlen: 119,5 Sekunden braucht es, um das perfekte Pint zu zapfen, zehn Tage braucht es "from grain to gate", also um aus den Getreiderohstoffen ein fertiges Guinness herzustellen, 9.000 Jahre Laufzeit stehen auf dem Pachtvertrag für das Brauereigelände nahe Dublin, wo die Biermarke 1759 ihren Anfang nahm.

In diesem Jahr bestimmen zwei weitere Zahlen das irische Traditionsbier: eine Milliarden-Investition in Guinness und eine geplante Verdopplung der Produktionskapazitäten bis 2031. Das sind die großen Pläne des Mutterkonzerns und Getränkegiganten Diageo.

Aber sie kommen in Zeiten, in denen im gesamten Vereinigten Königreich Brauereien schließen. Alleine 2025 waren es 320, nur 170 neue haben eröffnet, unter dem Strich also ein Verlust von gut 150 Betrieben. Gleichzeitig sterben die Pubs aus: Eine aktuelle Erhebung der britischen Bierindustrie geht davon aus, dass im ersten Quartal 2026 jeden Tag zwei Pubs geschlossen haben. Und solche Trends sind weltweit zu beobachten - auch weil Alkohol- und Bierkonsum zurückgehen.

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Guinness aber hält dagegen: Schon im Mai ist eine neue Guinness-Brauerei im irischen County Kildare eröffnet worden. Das Projekt war 2022 gestartet worden, um den traditionellen Hauptstandort in Dublin zu entlasten. 600 Millionen Euro hat der Bau gekostet, nun will der Mutterkonzern Diageo weitere 400 Millionen Euro in den Standort stecken. Direkt neben der gerade erst eröffneten Brauerei soll eine weitere gebaut werden, dort soll künftig die Produktion des alkoholfreien Guinness vorangetrieben werden.

"Die Nachfrage nach Guinness und Guinness 0,0 steigt", erklärte Diageo-Chef Dave Lewis bei der Eröffnung des ersten Brauereiteils. Das Ziel: Insgesamt eine Milliarde Euro für den Ausbau der Produktion in Irland, um so die Marke weltweit weiter wachsen zu lassen.

Warum ausgerechnet Guinness mit seinem herben, einzigartigen Geschmack den weltweiten Trends auf dem Biermarkt trotzt? Eine eindeutige Antwort gibt es nicht. Experten gehen davon aus, dass Marketing mit dem Fokus auf die traditionelle Komponente und die irische Kultur eine Rolle spielt. Guinness steche zudem zwischen der Vielzahl an Pale Ales und Craft Beers hervor: die dunkle Farbe, die feste Schaumkrone, das unverkennbare Markenzeichen mit der Harfe.

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Zudem hat Diageo in den vergangenen Jahren mit zahlreichen Influencern zusammengearbeitet und Guinness so auch in der jüngeren Generation bekannt gemacht. Gerade in den USA hat das Stout eine Art Renaissance erlebt, die Vereinigten Staaten sind neben Großbritannien der größte Importeur von irischem Bier.

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