Kehrtwende und Kritik: Alphaville von Festival ausgeladen: Das löst der Vorfall aus
Künstler kritisieren die Ausladung der Band scharf.
Auch die Politik reagiert.
Was hinter dem Streit um Demokratie und Meinungsfreiheit beim Glücksgefühle-Festival steckt und wie die Macher reagieren.
Nach Kritik an der Absage eines Auftritts von Alphaville („Forever Young“) beim Glücksgefühle- Festival auf dem Hockenheimring haben sich die Veranstalter entschuldigt. „Wie wir gehandelt haben, war in der Tat ein Fehler.
Das tut mir leid“, sagte Markus Krampe, der das Festival seit 2023 mit dem Ex-Fußballnationalspieler Lukas Podolski organisiert, der „Bild“. „Wir laden Alphaville ein, wie geplant Teil des Festivals zu sein.
Nicht als Zeichen eines Nachgebens, sondern als bewusste Entscheidung für das, was uns verbindet.“ Wie die Band um Sänger Marian Gold darauf reagiert, war zunächst unklar.
Der 72-Jährige hatte in einem Beitrag in sozialen Netzwerken die Ausladung öffentlich gemacht und von einem „Maulkorberlass“ gesprochen.
Die Veranstalter hatten unter anderem argumentiert, man habe sich mit der Band nicht darauf einigen können, „politische Äußerungen auf unserer Bühne zu unterlassen“.
Laut dem Bandmanager geht es um Aussagen gegen rechts und für Demokratie .
Viele - auch prominente - Menschen kritisierten die Ausladung. „Meinungsfreiheit ist das höchste Gut, das wir in Deutschland haben, sie ist zu schützen“, erklärte Krampe nun.
Sein Wunsch sei es, die Aufmerksamkeit wieder auf die Musik und die Menschen vor und hinter der Bühne zu lenken: „Lass uns gemeinsam dafür sorgen, dass genau dieses Gefühl bleibt.“ Campino : „Grenze überschritten und eingerissen“ Als die Nachricht über den abgesagten Auftritt die Runde machte, mehrte sich Kritik. „Letztendlich ist es so, dass wir das schon extrem fragwürdig finden und auch absurd, jemanden auszuladen, der sich gegen die AfD äußert oder gegen Trump oder wie auch immer.
Jemand, der stabil ist für die Demokratie“, sagte Campino, Frontmann der Toten Hosen, am Mittwochabend bei einem Konzert in Münster. „Ich finde, da ist eine neue Grenze überschritten und eingerissen.“ Sänger Mateo von der Band Culcha Candela, die am Samstag beim Glücksgefühle-Festival auftreten soll, bewertete die Entscheidung der Organisatoren als ein kompliziertes Verhältnis zur Demokratie, „Level AfD-Hauptsponsor“. „Leben wir schon in Russland oder ist es noch Deutschland, die BRD, Demokratie?“, fragte er. „Also gestern waren wir noch Demokratie und Meinungsfreiheit.“ Culcha Candela sage bei jedem Auftritt, was sie von der AfD halte: „Fuck Nazis!“, erklärte der Musiker. „Und das werden wir, falls wir bis dahin nicht ausgeladen werden, auch auf dieser Bühne sagen.
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