Novelle in Niedersachsen: Denkmalschutz-Reformpläne stoßen bei Experten auf Kritik
Die Landesregierung will den Denkmalschutz modernisieren.
Archäologen und Denkmalschützer sind in Sorge.
Die Experten warnen, die Folgen könnten weit über den Verlust einzelner Denkmale hinausgehen.
Die Reformpläne der niedersächsischen Landesregierung für den Denkmalschutz stoßen bei Archäologen und Denkmalschützern auf Ablehnung.
Aus ihrer Sicht ist der Schutz und der Erhalt vieler Denkmäler durch die geplanten Gesetzesänderungen in Gefahr.
Eine Online-Petition gegen die Reformpläne ist binnen weniger Tage von mehr als 10.000 Menschen unterzeichnet worden.
Kulturminister Falko Mohrs (SPD) hatte Anfang Juli einen Gesetzentwurf vorgelegt, mit dem Denkmalschutz in Niedersachsen „einfacher, schneller und günstiger“ werden soll.
Durch die Novelle sollen Kommunen handlungsfähiger, Verfahren einfacher und Bürokratie abgebaut werden.
Unter anderem sollen Zuständigkeiten zwischen Behörden neu geregelt und Vorgaben, etwa bei Erdarbeiten an Kulturdenkmälern, angepasst werden.
Archäologen warnen vor „dramatischen Folgen“ Die Archäologische Kommission für Niedersachsen, der Berufsverband der Archäologen, fürchtet durch die geplanten Änderungen „dramatische Folgen“ für die Bodendenkmalpflege.
Es drohten der unkontrollierte Verlust kulturellen Erbes, höhere Baukosten, Verzögerungen und der Wegfall von Arbeitsplätzen. „Der vollkommen praxisferne Entwurf zerschlägt das gut funktionierende System der niedersächsischen Bodendenkmalpflege und katapultiert unser Bundesland in die Zeit vor der Einführung des Niedersächsischen Denkmalschutzgesetzes 1979 zurück“, sagte der Vorsitzende der Kommission, Jan F.
Kegler, in einer Mitteilung. „Die Landesregierung verkennt völlig, was in der niedersächsischen Archäologie täglich für den Erhalt und die Erforschungdes niedersächsischen Kulturerbes geleistet wird.“ Stiftung Denkmalschutz: Novelle öffnet Willkür die Tür Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz rechnet mit „vermehrten Komplettverlusten“ in der Denkmallandschaft, sollte die Gesetzesänderung kommen.
Sie sieht die Gefahr, dass fachliche Expertise etwa beim Landesamt für Denkmalpflege übergangen wird oder ganz verloren geht.
Die Annahme, Fachämter würden Verfahren verzögern, sei falsch, teilt die Stiftung mit.
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