100 Tagen Magyar - Wo Ungarn mit seinem neuen Regierungschef steht
Analyse Politischer Kurswechsel Wo Ungarn nach 100 Tagen unter Magyar steht Stand: 17.08.2026 • 14:40 Uhr
Seit 100 Tagen ist Ungarns neuer Ministerpräsident Magyar im Amt. Versprochen hat er die Wiederherstellung von Rechtsstaat und Demokratie. Was hat er bereits geschafft? Welche Vorhaben sind heikel?
Gerade in der liberalen Hauptstadt Budapest ist seit Péter Magyars Wahl ein kollektives Aufatmen zu spüren. Nach der letzten Wahl von Magyars Vorgänger Viktor Orban sei die Stimmung nahezu depressiv gewesen, schildert die deutsche Politikwissenschaftlerin Ellen Bos, die an der deutschsprachigen Andrassy-Universität in Budapest lehrt und seit mehr als 20 Jahren in Ungarn lebt. Das habe sich komplett geändert. "Es ist so viel Aufbruch und man hat das Gefühl die Leute sehen Zukunft." Und es passiere auch seitdem unglaublich viel.
Das Parlament hat fast den gesamten Sommer durchgearbeitet. Der Aufgabenberg ist riesig. Magyar hat nicht weniger versprochen als den Rechtsstaat, die Gewaltenteilung und die pluralistische Demokratie in Ungarn wieder herzustellen. Ein weiteres zentrales Wahlversprechen: Ungarn zurück nach Europa zu führen.
Andreas Bachmann, ARD Wien zzt. Budapest, über die ungarische Regierung nach 100 Tagen tagesschau24, 17.08.2026 • 11:00 Uhr Das hat Magyar bereits geschafft Einiges von dieser Liste ist schon abgearbeitet. Mit dem Beitritt zur Europäischen Staatsanwaltschaft und Beschlüssen zur Korruptionsbekämpfung konnte die neue ungarische Regierung zuvor eingefrorene EU-Mittel loseisen . Damit ist auch der Grundstein gelegt für ein neues Verhältnis zur Europäischen Union.
Auch die Begrenzung der Amtszeit für Ministerpräsidenten ist abgehakt. Sie soll eine Rückkehr Orbans ins Amt verhindern. Beim Thema Rechtsstaatlichkeit hat die Arbeit begonnen. Am Verfassungsgericht werden Posten neu besetzt, um die Justiz dem Einfluss der Fidesz-Partei zu entziehen.
Eine weitere wichtige Personalie: Die Absetzung des von Orban installierten Präsidenten Tamás Sulyok und die Wahl von András Baka zum neuen Staatsoberhaupt. Das und die Reformen in der Justiz hatten vor allem ein Ziel: Blockaden aus dem Weg zu räumen, die Magyar trotz seiner Zweidrittel-Mehrheit im Parlament das Regieren hätten schwer machen können.
Einst war er in Orbans Partei. Dann begann er, Machtmissbrauch durch Ungarns Regierungschef anzuprangern. mehr
Viel inhaltliche Arbeit liege aber erst noch vor der neuen Regierung, analysiert Péter Techet vom Institut für den Donauraum und Mitteleuropa. Liefern müsse Magyar noch bei der "ziemlich desolaten Lage in der Wirtschaft, im Sozialwesen, im Bildungswesen, in Spitälern und so weiter".
Außerdem müssen zahlreiche Institutionen und Stiftungen aufgelöst werden, mit deren Hilfe die Orban-Partei Fidesz Staatsgelder aus dem Haushalt in dunkle Kanäle umgelenkt hat. Ein Amt für Vermögensrückführung wurde eigens dafür eingerichtet. Auch der öffentlich-rechtliche Rundfunk hat eine neue gesetzliche Grundlage bekommen. Die Sender sollen in wenigen Tagen wieder Nachrichten senden dürfen.
5News hat diese Zusammenfassung aus dem öffentlichen Feed der Quelle übernommen. Der vollständige Artikel mit allen Details steht auf www.tagesschau.de — der Inhalt gehört Tagesschau Ausland.