Siegtor beim 1:0 gegen Stuttgart - Muheim wird schon wieder zum HSV-Helden
Eigentlich ist er auf seiner Position nicht mehr Stammspieler. Doch aktuell ist Miro Muheim (28) der HSV-Mann der Stunde. Der Schweizer Linksverteidiger wird beim 1:0 gegen Stuttgart schon wieder zum späten Tor-Helden. Einen Konter in der 88. Minute vollendet er mit einem satten Linksschuss – und eröffnet die Party im Volkspark.
Bereits beim 3:2 in der Vorwoche bei Hoffenheim hatte er per Traum-Volley in der Nachspielzeit getroffen. Der Torschütze danach bei Sky: „Ich habe den Raum, um abzuziehen, und haue einfach drauf. Geiles Tor in einem Super-Moment.“ Teamkollege Yussuf Poulsen (32): „Ich bin schon aufgestanden, als er den Ball angenommen hat. Schon beim Aufwärmen hat er drei Tore genau so gemacht.“
Stuttgart verpasst dagegen die perfekte englische Auswärtswoche nach den Siegen in Paderborn (2:0) und Bratislava (3:0). Am Dienstag gegen Atlético muss vor allem die Chancenverwertung besser werden. Die Stürmer Undav und Demirovic vergaben gleich mehrere Top-Chancen, am Ende gibt es trotz 2,67 xGoals kein Tor.
Aus Frust zerreißt sich Ermedin Demirovic (28/spielte in der Jugend für Hamburg) sogar das Trikot, als er eine zweite Kopfball-Gelegenheit freistehend vergibt. Er sagt: „Wir hatten viele Chancen, spielen gefühlt auf ein Tor. Ich selbst habe zwei riesige Chancen. Da muss einer auf jeden Fall rein, wenn nicht sogar beide.“
Der HSV bleibt so erstmals diese Saison ohne Gegentor, holt den dritten Sieg in Folge seit der Vertragsverlängerung von Merlin Polzin (35). Einen so guten Lauf gab es seit dem Jahreswechsel 2010/2011 in der Bundesliga nicht mehr. Und das in Spiel eins nach dem Kreuzbandriss von Kapitän Nicolai Remberg (26), der am Freitag in London operiert wurde.
Zur Unterstützung trugen die Teamkollegen beim Aufwärmen Remberg-Trikots – und nahmen das Shirt später auch zum Feiern mit in die Kurve. Erst durch den Ausfall des Leaders und von Vizekapitän Albert Sambi Lokonga (26) rutschte Muheim überhaupt ins Team. Zusammen mit Nadir und Adeline bildete er die überraschende Besetzung im zentralen Mittelfeld.
Lange schiebt auch der HSV Frust: Poulsen trifft kurz nach der Pause erst Pfosten, dann Latte. Kurios: Bei einer Vieira-Chance, die Gäste-Keeper Seimen aus dem Eck fischt, läuft fälschlicherweise sogar die Tormusik für eine Sekunde. „Das war so knapp, da wurde selbst die Stadionregie nervös!“, schreibt der HSV selbst bei „X“.
Schmerzhaft wird es für Linksverteidiger Louis Lemke (17), der bei einer Grätsche gegen El Khannouss den Schuh seines Gegners ins Gesicht bekommt. Es fließt Blut, ein Teil des rechten oberen Schneidezahns bricht ab. Aber der Youngster spielt weiter und kann am Ende mitfeiern.
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