Wegen seines Bruders - Schluss mit lustig! Schnieder legt gegen Merz nach
Berlin – Kanzler Friedrich Merz (70, CDU) ist aus seinem Bayern-Urlaub zurück – und schon brennt bei der CDU wieder die Hütte! Angezündet hat den Laden erneut Gordon Schnieder (50). Und zwar in seiner Doppelfunktion als Regierungschef von Rheinland-Pfalz und als Bruder des von Merz im Sommer gefeuerten Ex-Verkehrsministers Patrick Schnieder (58, CDU).
Merz hatte den Minister am Abend des 23. Juli in dessen Island-Urlaub über die bevorstehende Entlassung informiert – konnte aber am nächsten Tag keinen Nachfolger vorstellen, weil Merz ’ Wunschnachfolger wieder abgesprungen war. Eine tagelange Hängepartie folgte. Danach hatte sich eine regelrechte Fehde der Schnieders gegen Merz entwickelt.
Nun legte Bruder Gordon vor Journalisten in Mainz nach: Mit der „schlecht gemachten Kabinettsumbildung“ habe Merz die Errungenschaften der Bundesregierung bei Gesundheits- und Rentenreform „kaputtgemacht“. Die Koalition habe vor der Sommerpause zusammen Fortschritte erzielt – dann aber sei die „sehr unglückliche Regierungsumbildung“ gekommen.
Wegen der Art und Weise, wie der Kanzler den einen Schnieder-Bruder abserviert hatte, lud die Landtagsfraktion aus Rheinland-Pfalz Merz von ihrer Klausur im September in Berlin aus. Und hat die Ausladung bislang nicht zurückgenommen. Regierungs-Schnieder sagte nun: „Kritik ist angebracht worden, die ist angekommen, und jetzt müssen wir auch wieder miteinander arbeiten und wir werden auch miteinander arbeiten.“ ABER: „Ich glaube nicht, dass wir uns beim ersten Treffen in die Arme fallen werden.“ Mit Blick auf die teils aufgewühlte Basis sagte er: „Im Vordergrund steht, dass wir wieder Ruhe in die Partei bekommen.“
Ruhe in die Partei? In Berlin hat Gordon Schnieder mit seinem Nachschlag wegen seines Bruders für Fassungslosigkeit gesorgt. Eigentlich hatte man auf Ruhe bis zum Wahltag in Sachsen-Anhalt am 6. September gehofft. Auch, weil immer wieder Spekulationen um die Zukunft von Merz als Kanzler und CDU-Chef und gar um den Fortbestand der Koalition mit der SPD aufgekommen waren. Einer aus der Fraktionsspitze sagt entgeistert zu BILD: „Wir haben brutale Landtagswahlen im Osten vor der Brust – und der fängt den Mist wieder an?“
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